Den Jagdschein machen – die fünf wichtigsten Fakten im Überblick

Der Jagdschein – oder auch das „grüne Abitur“ – ist die Grundbedingung, um in Deutschland die Jagd ausüben zu dürfen. Die Voraussetzungen zum Lösen eines Jagdscheines sind unter anderem ein Jagdkurs sowie eine anschließende Jägerprüfung. Das erfolgreiche Ablegen der Prüfung befähigt Sie dazu, den Jagdschein bei der Unteren Jagdbehörde zu lösen und die Jagd zukünftig auszuüben.

1.     Wie läuft die Ausbildung vor der Jägerprüfung ab?

Um die Jägerprüfung zu bestehen, ist ein umfangreiches Wissen zu allen Themengebieten der Jagd erforderlich. Die erforderlichen Kenntnisse werden von Jagdschulen in Form von Jagdkursen vermittelt. Hiervon werden –jagdschulabhängig- verschiedene Varianten angeboten. Das können unter anderem sein:

  • Zwei Jäger stehen mit dem Rücken zum Betrachter und blicken mit Ferngläsern in die Ferne der Lüneburger Heide2- oder 3-Wochen-Intensivkurs
  • Online-Kurs
  • Wiederholungskurs
  • 2x2-Wochen-Blockkurs
  • 3-Wochen-Spezialkurs
  • Wochenendkurs
  • Abendkurs
  • Einzelunterricht

Je nachdem, wie viel Zeit Ihnen grundsätzlich zur Verfügung steht und je nachdem, zu welchen Uhrzeiten Sie am besten verfügbar sind, können Sie Ihren passenden Jagdkurs wählen.

2.     Was kostet ein Jagdschein?

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, den Jagdschein zu machen, stellt sich auch häufig die Frage: Was kostet ein Jagdschein überhaupt?

Bild des Frontcovers eines JagdscheinetuisDie Kosten hängen maßgeblich davon ab, für welche Kursvariante Sie sich zur Prüfungsvorbereitung entscheiden. Am günstigsten sind generell Wochenendkurse, diese werden des Öfteren auch zu vergünstigten Konditionen von den Jagdverbänden angeboten. Konkret handelt es sich hierbei um circa 1000 - 2000 €. Blockkurse liegen je nach Länge bei circa 2600 – 3000 €. Am teuersten schlägt der Einzelunterricht zu Buche, der nach Vereinbarung verhandelt wird.

Viele Jagdschulen bieten Vergünstigungen für Schüler, Studenten und Auszubildende an. Manchmal können Sie Geld einsparen, wenn Sie sich als Gruppe bei einer Jagdschule anmelden. Dies ist jedoch individuell von den einzelnen Jagdschulen abhängig.

Sie sollten berücksichtigen, dass auch nach dem eigentlichen Jagdschein weitere Kosten auf Sie zukommen. Zunächst müssen Sie eine solide Basis für die Jagd in Form einer Jungjäger-Ausrüstung schaffen. Hierzu zählen die passende Jagdbekleidung und eine Grundausrüstung an Waffen und Jagdmessern. Um den Jagdschein angemessen und griffbereit aufzubewahren, sollten Sie sich ein adäquates Jagdscheinetui zulegen.

3.     Welche Voraussetzungen für den Jagdschein gibt es?

Zwei sich unterhaltende Jäger in Jagdbekleidung in der Heide Zu den Voraussetzungen für den Jagdschein zählt die bestandene deutsche Jägerprüfung, die bei Ersterteilung vorgelegt werden muss. Des Weiteren muss der angehende Jungjäger eine Jagdhaftpflichtversicherung nachweisen und laut den Richtlinien des Waffengesetzes als zuverlässig eingestuft werden. Hierzu ist unter anderem ein makelloses Führungszeugnis unerlässlich.

Wenn Sie den Jagdschein machen wollen, müssen Sie mindestens 16 Jahre alt sein. Mit 16 bis 18 Jahren kann allerdings nur der Jugendjagdschein erworben werden, der die Jagd unter bestimmten Einschränkungen und unter Aufsicht erlaubt. Mit 18 Jahren ist dann der Jagdschein voll gültig.

Nach Erlangen des Jagdscheines muss regelmäßig darauf geachtet werden, dass der Jagdschein verlängert wird, um dessen Gültigkeit zu behalten. Die Verlängerung ist für zwei Wochen oder für jeweils ein bis drei Jahre möglich. Vor jeder Neuausstellung werden alle Voraussetzungen erneut überprüft.

4.     Wie läuft die Jägerprüfung ab?

Die Jägerprüfung ist für jeden, der den Jagdschein machen möchte unabdingbar. Sie erstreckt sich meist über drei Tage, der genaue Ablauf ist jedoch vom Bundesland und der Jagdschule abhängig. An einem Tag finden eine Schießprüfung mit Flinten- und Büchsenschießen sowie eine Überprüfung der Waffenhandhabung statt. An einem zweiten Tag findet die schriftliche Prüfung statt.

Wie bereits erwähnt können Inhalte und Form der Prüfung je nach Bundesland voneinander abweichen, wir beschreiben daher hier einen möglichen Ablauf nur beispielhaft. Der Fragenkatalog besteht so z. B. in Niedersachsen aus rund 1500 Fragen, aus denen 100 per Zufallsgenerator ausgewählt werden. Die Prüfungsfragen für den Jagdschein sind hier dann im Multiple-Choice-Format angegeben, das heißt, dass sie Antworten auf die Fragen als Auswahl vorgegeben sind und die richtige/n angekreuzt werden müssen.

Das vorausgesetzte Grundwissen für die Jägerprüfung entstammt den Themengebieten:

  • Recht
  • Wildtierkunde
  • Jagdbetrieb und Hundewesen
  • Wildhege und Naturschutz
  • Waffenkunde
  • Wildbrethygiene

Titelbuch des Buches Grundwissen für die JägerprüfungAm dritten Tag wird das jagdliche Wissen in diesen Kategorien in einer mündlich-praktischen Prüfung abgefragt. Jeder Jagdscheinanwärter wird über circa 15 min in einer Einzelprüfung geprüft. Mit dem Lehrbuch „Grundwissen Jägerprüfung – Das Standardwerk zum Jagdschein“ können Sie sich auf die Jagdschein-Prüfungsfragen vorbereiten.

Bei Nicht-Bestehen besteht ggf. die Möglichkeit einzelne Prüfungstage direkt im Anschluss zu wiederholen.

5.     Zu was befugt mich ein Jagdschein?

Der Erwerb des Jagdscheines befugt Sie dazu, jagdlich tätig zu werden. Der Jagdschein berechtigt Sie zum Kauf von Langwaffen und zwei Kurzwaffen sowie passender Munition und zum Führen dieser auf der Jagd.

Außerdem wird ihr Urteilsvermögen bezüglich der Wildbrethygiene anerkannt und die Freigabe des Wilds in den Verkauf ermöglicht. Nach dem vierten Jagdjahr dürfen Sie darüber hinaus ein eigenes Jagdrevier pachten.

 

Bilder: © istockphoto.com/-slav-

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