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Was ist Wald? 10 Fragen und Antworten.

Als Wald wird eine größere Fläche mit dichtem Baumbestand bezeichnet. In Deutschland ist der Wald im Bundeswaldgesetz definiert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) definiert Wald so: "Die Bäume müssen im Reifealter in winterkalten Gebieten mindestens drei, im gemäßigten Klima mindestens sieben Meter hoch sein. Wenigstens zehn Prozent des Bodens muss durch Baumkronen überschirmt sein." Die Antworten zu den 10 meist gestellten Fragen zum Thema Wald lesen Sie im folgenden Blogbeitrag. 

1. Wie entsteht Wald?

Wald entsteht im Laufe von Jahrzehnten und Jahrhunderten. Er kann durch Pflanzung von Setzlingen oder durch Naturverjüngung entstehen. Hierbei werden Baumsamen durch Waldtiere oder den Wind verbreitet. Sind ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe vorhanden, können die Samen keimen und zu kleinen Bäumen heranwachsen. Sind kein Wildverbiss oder andere Störfaktoren vorhanden, können die jungen Bäume zu einem natürlichen Wald weiterwachsen. Um einen stabilen Mischwald zu erhalten, muss in regelmäßigen Abständen durchforstet werden. Ausreichend Literatur rund um den Wald finden Sie in unserem Onlineshop in der Kategorie Bestimmungsbücher.

2. Warum blüht der Wald nur alle 4 Jahre?

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass der Wald blüht? Die Kastanie ja, aber die Buche oder die Fichte? Bis ins Mittelalter war das "Baumblühen" gar nicht bekannt. Nur wenige Bäume tragen jedes Jahr eine Blütenpracht. Für Laien ist oft kaum zu erkennen, dass die grünen Zäpfchen der Nadelhölzer ebenfalls Blüten sind.Haselnuss_1_j17_300x300

Die meisten europäischen Laubbäume blühen erst im reifen Alter. Die Rotbuche blüht mit ca. 60 Jahren erstmals und danach dauert es bis zu zehn Jahre, bis es wieder zu einem Massenblühen kommt. Die Eiche blüht mit rund 50 Jahren zum ersten Mal. Danach ist eine größere Blüte nur alle drei bis sieben Jahre zu erkennen. Die Hainbuche ist eine Ausnahme, sie blüht schon mit 30 bis 40 Jahren und dann jedes Jahr in gleicher Stärke.

 

Bei Nadelbäumen findet die erste Blüte im Alter von etwa 40 bis 60 Jahren, bei Fichten sogar erst mit 70 Jahren statt. Fichten blühen im Durchschnitt alle 4 Jahre, Tannen sogar nur alle 6 bis 10 Jahre.

3. Warum ist der Wald so wichtig für uns?

Der Wald ist für uns lebensnotwendig. Er ist unsere grüne Lunge und versorgt uns mit frischer Luft und frischem Wasser. Der Wald erfüllt zusätzlich wichtige Funktionen:

  • Nutzfunktion
  • Schutzfunktion
  • Erholungsfunktion 
  • Sonderfunktionen

Er bietet den Wildtieren und uns Menschen Nahrung und einen Lebensraum. Europas Buchenwälder beherbergen eine hohe Artenvielfalt. Circa 4.300 Pflanzen- und Pilzarten und mehr als 6.700 Tierarten kommen hier vor. Lesen Sie hierzu unseren ausführlichen Blogbeitrag: Funktionen des Waldes - A bis Z.

4. Wann ist ein Wald ein Urwald?Wald_92_j14_300x300

Es gibt verschiedene Arten von Wald, den Urwald, den bewirtschafteten Wald und die tropischen Regen- und Nebelwälder.

In Deutschland gibt es nur Urwälder und Wirtschaftswälder: Als Urwald wird ein Wald bezeichnet, dessen Vegetation naturbelassen ist, der ohne forstwirtschaftliche oder sonstige menschliche Eingriffe, die das ökologische Gleichgewicht berühren, gewachsen ist. Ein bewirtschafteter Wald heißt "Wirtschaftswald" oder "Forst".

In anderen Ländern gibt es noch die tropischen Regen- und Nebelwälder sowie Bergnebelwälder, hier herrscht eine extrem hohe Artenvielfalt. Es leben dort schätzungsweise bis zu 70 Prozent aller auf der Erde vorkommenden Tiere und Pflanzen. Das sind mehr als 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten. Ab 2.000 Metern über dem Meeresspiegel beginnen die sogenannten Bergnebelwälder.

5. Wem gehört der Wald?

Die bewaldete Fläche in Deutschland teilt sich wie folgt in seine Waldbesitzer auf: Staatswald, Körperschaftswald und Privatwald. Die Flächenverteilung sieht folgendermaßen aus: Staatswald 33 %, davon Land 29 % und Bund 4 %, Privatwald 48 % und Körperschaftswald 19 %. Der größte Waldbesitzer in Deutschland ist das Land Bayern. Der größte Privatwaldbesitzer ist das Fürstenhaus Thurn und Taxis, ebenfalls in Bayern.

6. Wie alt werden unsere Bäume?

Bei Laub- und Nadelbäumen wird nach Erntealter im Wirtschaftswald oder biologischem Alter unterschieden.
Eiche Erntealter: 120 bis 300 Jahre Biologisch erreichbar: > 850 Jahre
Buche Erntealter: 120 bis 140 Jahre Biologisch erreichbar: 250 bis 400 Jahre
Fichte Erntealter: 100 bis ca. 130 Jahre Biologisch erreichbar: > 300 Jahre
Kiefer Erntealter:  80 bis 150 Jahre Biologisch erreichbar: 500 Jahre

7. Welches Tier im Wald besitzt eine klebrige Zunge?Vogel_17_j18_300x300

Spechte verfügen über einen feinen Spürsinn mit dem sie ihre Nahrung, hauptsächlich Insekten und Insektenlarven, im Inneren von Baumstämmen und Ästen aufspüren. Der Specht gelangt dann mit seinem extrem harten, keilförmigen und langen Schnabel an die Nahrung. Mit hoher Frequenz hämmert er Löcher in den Baum, um dann mit der langen, klebrigen Zunge seine Nahrung herauszuziehen. Die Zungenspitze ist zusätzlich mit kleinen Widerhaken ausgestattet, an der die größeren Insekten regelrecht aufgespießt werden. Im Winter frisst der Specht auch Samen und Früchte von Bäumen, die er in seinen selbstgehämmerten Löchern lagert und sie dort mit seinem Schnabel aufmeißelt.

8. Wie viel Wald und wie viele Bäume gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind 33 % der Fläche – nämlich etwa 11,4 Mio. Hektar – mit Wald bedeckt. Die bewaldete Fläche umfasst 90 Milliarden Bäume mit 76 Baumarten. Dabei beträgt das Verhältnis von Laub- zu Nadelbaumarten an der Waldfläche 41 zu 59 Prozent. Bäume mindern den Treibhauseffekt, indem sie Kohlendioxid binden, regulieren den Wasserhaushalt und schützen vor Erosion. In der heute oft hektischen und stressigen Zeit ist auch der Erholungswert nicht zu vergessen. Ein Waldspaziergang senkt nachweislich den Blutdruck und Stress wird abgebaut.

9. Wie viel Wald wächst pro Hektar nach?

Jedes Jahr wachsen pro Hektar Waldfläche in Deutschland durchschnittlich ca. 10 m3 Holz nach. Das bedeutet einen jährlichen Holzzuwachs von etwa 120 Mio. m3 von denen nur 76 Mio. m3 eingeschlagen und auch genutzt werden. Allein das Verhältnis von Zuwachs und Einschlag spiegelt das Prinzip der Nachhaltigkeit wider. Nachhaltigkeit bedeutet, dass nur maximal so viel Holz genutzt wird, wie nachwächst. Das bedeutet für die Forstwirtschaft, dass Naturverjüngung und Aufforstung Hand in Hand gehen. Der deutsche Wald wird seit mehr als 200 Jahren nach diesem Grundsatz bewirtschaftet. Sofern das Prinzip der nachhaltigen Holzbewirtschaftung auch in Zukunft fortbesteht, werden wir im ausreichenden Maße über den Rohstoff Holz verfügen können.

 10. Wer ist die Hüterin des Waldes? 

Die Waldameise: Was wäre der Wald ohne die kleinen und unendlich fleissigen Waldameisen? Ohne die Waldameise würde das ökologische Gleichgewicht nicht funktionieren. Sie verteilen Samen, ernähren sich von Schädlingen (bis zu 100.000 pro Volk/pro Tag) und sind selbst Nahrungsgrundlage für viele Waldtiere.

Von den Waldameisen können wir Menschen uns noch etwas abschauen. Bis zu zwei Millionen Waldameisen leben in einem Ameisenhügel in einer "Haus- und Arbeitsgemeinschaft", die hervorragend funktioniert und unübertroffen organisiert ist. Es gibt Wächterinnen für die Ein- und Ausgänge, Putzfrauen, die für Ordnung und Sauberkeit sorgen sowie Brutpflegerinnen für den Nachwuchs. Allen und allem voran steht die Königin. Sie legt bis zu 300 Eier pro Tag. Einzig die Männchen haben nicht viel zu sagen, sie leben nur für den kurzen Moment, wenn sie im Mai mit den Jungköniginnen zum Hochzeitsflug ausschwärmen.

  • Lebensalter: ca. 3 Jahre, Königinnen bis 15 Jahre 
  • Größe: 4 bis 9 mm, Königinnen 9 bis 11 mm 
  • Lebensraum: bevorzugt sonnige Waldränder 
  • Vorkommen: deutschlandweit

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Hände weg von Ameisenhügeln! Die großartigen Bauten sind wahre Kunstwerke. Wer auch nur mit einem Stock hineinsticht, gefährdet das gesamte Ameisenvolk. Die aus Nadeln, Harzklumpen und Holzstücken gebauten Ameisenhügel sind oft so tief wie hoch. Ameisenhügel zu zerstören ist strengstens verboten. Waldameisen und ihre Nester stehen unter Naturschutz. 

Gehen Sie mit offenem Herzen und offenen Augen durch den Wald und Sie werden feststellen, dass es unendlich viel zu entdecken gibt. Ein Waldbesuch beinhaltet außer Erholung und Stressabau auch eine Gratis-Lehrstunde in Natur- und Tierkunde.

Quellen:

https://www.deutschland.de/de/topic/umwelt/wie-viel-wald-gibt-es-in-deutschland-zahlen-und-fakten

https://www.wald.de/holz-ein-naturprodukt-mit-wachsendem-potential/

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft https://www.bmel.de/DE/Startseite/startseite_node.html

https://www.waldkulturerbe.de/den-wald-erleben/auf-einen-klick/waldwissen/die-waldameise/

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