Vom Welpen zum brauchbaren Jagdhund 1. Teil

Hallo, ich heiße Carolin Tappel und wohne seit 2012 in der Lüneburger Heide. Gebürtig komme ich aus dem Emsland. Durch meinen Mann, Jäger und auch versierten Hundeführer, bin ich zur Jagd gekommen. Von Anfang an war ich von der jagdlichen Arbeit mit Hunden fasziniert und schnell war für mich klar, ich möchte „Das“ auch machen. Damit war die Entscheidung, den Jagdschein zu machen, getroffen. 2014 habe ich erfolgreich meinen Jagdschein bestanden und im gleichen Jahr meinen ersten Jagdhund bekommen und ausgebildet. Ich bin kein „Experte“, aber möchte euch von meinen Gedanken, Beweggründen und Erfahrungen erzählen.

Den passenden Jagdhund finden

Leider musste ich im letzten Jahr meinen ersten Hund, eine kleine Münsterländerhündin, mit nur 5 Jahren einschläfern lassen. Aber sofort war klar, ich brauche wieder einen neuen haarigen Jagdfreund. Dieses Mal wollte ich überlegter einen Welpen kaufen. Bei „Emma“ so hieß meine Münsterländer Hündin, war es eine schnelle „ich-möchte-unbedingt-einen-Hund-haben“ Endscheidung. Ich bereue diese nicht, aber sich vorab einige Gedanken zu machen ist von Vorteil.

  • welche Jagdhunderasse passt am besten zu mir und zu der Art und Weise wie und wo ich jage?
  • welche jagdlichen Aufgaben soll der Hund erledigen bzw. besonders gut können?
  • Hündin oder Rüde?
  • familiäre Situation?
  • wohnliche Situation - Stadt oder Land?

Um nur einige Punkte zu nennen, aber hier sollte sich jeder seine eigene Liste machen und seine persönlichen Schwerpunkte setzen.img_4090_300x300MduvoUPNxTeo2

Schnell war klar, es soll wieder eine Hündin werden, da wir schon Hündinnen in der Familie haben und ich dem Drama - läufige Hündin und Rüde - aus dem Weg gehen wollte. Zudem wird gesagt, Hündinnen seien leichter zu führen. Auf jeden Fall muss es eine Rasse sein, die sehr familienfreundlich ist. Unsere Hunde leben mit im Haus und wir haben zwei kleine Kinder, die nicht sehr viel Rücksicht auf die Hunde nehmen.

Die Qual der Wahl, welche Jagdhunderasse sollte es werden?

Kleine Münsterländer kannte ich nun, ich hatte einen ausgebildet und geführt ebenso wie mein Mann und mein Schwiegervater auch. Dazu muss man sagen, dass wir damals vorwiegend in Niederwildrevieren jagdlich unterwegs waren. Das hat sich aber mit unserem Umzug in die Lüneburger Heide geändert. Mein Mann und mein Schwiegervater sind auf die Rasse Deutscher Wachtelhund gestoßen, diese Rasse gehört zu den Stöberhunden und passt zu der Art und Weise, wie wir jetzt jagen. Eigentlich wollte ich aber gern eine weitere Hunderasse mit ins Haus holen und habe mich über English Springer Spaniels informiert und diese Rasse für mich ins Auge gefasst. Doch leider wird der English Springer Spaniel üblicherweise nicht vom Stand „geschnallt“. Ein "Must-Have" für mich. Mit meiner Emma bin ich früher immer bei den Drückjagden durchgegangen, jetzt wollte ich aber gerne einen Hund, den ich vom Stand schnallen kann. Dadurch rückte die Rasse leider wieder in den Hintergrund. Auf meiner Liste blieben noch die Rassen Bracke oder deutscher Wachtelhund. Da stand ich nun vor der Entscheidung, was mache ich? Ich persönlich mag nun mal lieber Hunde mit längerem Fell und da ich Wachtel schon kannte traute ich mir das Führen und die Ausbildung eines Wachtels mehr zu. So habe ich mich bei Züchtern hier im Umkreis umgehört und mich auf Wartelisten für einen Welpen setzen lassen. Recht zügig kam der Anruf, dass aus einem Wurf auch ein Welpe für mich dabei sei. Die Freude war riesig. Wir fuhren zu dem Züchter und ich durfte mir meinen Welpen aussuchen. Xeni vom Räberspring, Rufname „Heidi“.

Für den Anfang braucht es nicht allzu viel für einen Welpen

Wichtig sind:

  • Welpenfutter - am besten lässt man sich was vom Züchter für die ersten Tage mitgeben oder besorgt schon mal vorab das gleiche Futter
  • Kennel – ein Kennel kann Transportbox und auch Rückzugsort zugleich sein, zu beachten ist hier die Größe des ausgewachsenen Hundes
  • Körbchen – Kunststoff sieht zwar optisch nicht so schön aus, ist aber langlebig im Gegensatz zu Rattan oder Stoffimg_2750_300x300
  • Halsung und Leine – am Anfang auf jeden Fall welpengerecht
  • Näpfe – Futter- und Wassernapf
  • Pfeife – am besten eine Doppeltonpfeife mit Normal- und Triller-Pfiff 

Weiteres Equipment wie z. B. Apportel, GPS- oder Tracker-Geräte, Signal- und/oder Schutzweste können dann mit der Zeit angeschafft werden. Nun geht es ans Eingemachte, denn eines ist klar, einen Welpen großzuziehen und auszubilden ist ein Fulltime-Job!

Das nächste Mal werde ich euch berichten, wie unsere ersten Wochen waren und wir erste gemeinsame Schritte erarbeitet haben.

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  • Durch den Jagdhund zum Jagdschein

    Hallo Carolin,
    ich bin ziemlich neugierig wie sich deine kleine Heidi so machen wird. Seit April habe ich selbst eine Weimaraner-Hündin und bin jeden Tag mehr verknallt in meine kleine Joy und diese Jagdhund-Rasse. Ich als eigentliches Bauernhofkind, die in den letzten Jahren in einem Haus mit Garten (immerhin auf dem Dorf) quasi vor sich hinkümmerte und zu viel gearbeitet hat, entdecke grad täglich mit meiner Hündin wieder, wie wunderschön die Natur und der Wald sind. Da ich beruflich enorm zurückgeschraubt habe, sind wir nun ziemlich oft im Wald unterwegs. Von daher beschäftigte ich mich schon seit einiger Zeit damit selbst auch den Jagdschein zu machen und dementsprechend meine Hündin dann zum Jagdhund ausbilden zu können. Sie ist so wahnsinnig clever und lernt so schnell und einfach, dass ich dies unbedingt fördern möchte. Ich weiß, die Vorstellung gemeinsam mit ihr auf Jagd zu gehen, ist zur Zeit ziemlich verträumt und romantisch, aber vor allem ein langer, aber sicherlich spannender Weg mit viel Freude in der Natur. Joy ist zwar jetzt schon 6 Monate alt und würde Ihre Ausbildung zum Jagdhund vermutlich damit ziemlich verspätet beginnen. Eigentlich vom Grund her von der falschen Seite herangegangen (erst Jagdhund dann Jagdschein), aber ich sage mir lieber so das Jäger- und Hundeglück genießen, als ein Leben lang nur Stöckchen werfen.
    Unser aktueller Status: ich habe mich angemeldet für den Jagdschein (Familie und Freunde halten mich für verrückt). Ich selbst kann es grad kaum erwarten das es endlich losgeht.
    Liebe Grüße, Katja

  • Vom Teckelwelpen zum Jagdhund

    Liebe Carolin,
    auch von meiner Seite viel Spaß, viel Erfolg und natürlich viel Weidmannsheil für die bevorstehende Ausbildung mit deiner Hündin.
    Meine Familie und ich sind seid dem 20.08.2020 glückliche Besitzer eines kleinen Rauhaarteckels. "Erdmann" ist sein Name. Leider ist auch unser erster Teckel viel zu früh von uns gegangen, aber auch uns war klar, ein Hund muss unbedingt wieder ins Haus. Für meinen Mann und die Kinder stand fest: Ohne Teckel ist ein Leben zwar möglich, aber sinnlos! Somit haben wir uns wieder für einen Teckelrüden entschieden. Zur Zeit üben wir fleißig das Herankommen, das Ablegen, Sitz, Platz und die ersten zaghaften Kontakte mit dem feuchten, kühlen Nass. Alles ganz spielerisch und mit viel Spaß. Es ist wirklich ein Spaß dem kleinen Welpen dabei zu zusehen, wie er freudig den geliebten Hausschuh zu mir bringt um ihn für ein kleines Leckerchen einzutauschen. Gleich nutze ich die Chance um mit einem kleinen Welpenapportel zu üben. Mal sehen, wie es weiter geht und wozu ich den kleinen Dickkopf Teckel bringen kann. Der Wassertest, die Schussfestigkeit, der Spurlaut, die Schweißarbeit und die VP stehen im nächsten Jahr fest im Kalnder ;o)!
    Viele Grüße aus dem Ammerland schickt,
    Natascha


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