Auftakt zur Kitzrettung - Flugdrohnen unterstützen dabei

Bald ist Mai und damit steht die erste Wiesenmahd kurz bevor. Dann gilt es wieder möglichst vielen frisch gesetzten Rehkitzen das Leben zu retten. Für viele Jägerinnen und Jäger bedeutet dies eine arbeitsintensive Zeit mit kurzen Nächten und anstrengenden Tagen. Es muss einiges organisiert werden, denn viele helfende Hände sind nötig und oft ist die zeitliche Taktung extrem eng. Doch die Mühe zahlt sich aus und mittlerweile gibt es moderne Hilfsmittel, die das Absuchen effektiver machen.

Welche Drohnen sind für Jäger geeignet?

Seit Wärmebildkameras an Drohnen befestigt werden, hat sich in der Kitzrettung einiges getan. Die jungen Rehe werden viel seltener übersehen und Schläge sind schneller abgearbeitet, da die Helfer am Boden nur noch vom Piloten zum gefundenen Objekt geleitet werden müssen. Der Hersteller DJI hat Drohnen auf den Markt gebracht, deren Kamerasystem aus einer Sicht- und einer Thermalkamera besteht. Die zwei Kameras haben damit denselben Blickwinkel. Ihre Bilder können einfach in Echtzeit im Display der Fernsteuerung übereinandergelegt werden, ein zusätzlicher Bildschirm für das Thermalbild ist somit nicht mehr notwendig. Die Orientierung im Bild wird für die Piloten deutlich einfacher.

Dieses Dual-System von DJI hat in diesem Frühjahr das nächste Level erreicht: Die DJI Mavic 2 Enterprise Advanced wartet mit einem 640 x 512 Pixel auflösenden Wärmebild auf. Dies war bislang nur bei hochprofessionellen Industriedrohnen der Fall. Außerdem kann bis zu 32-fach digital herangezoomt werden (16-fach im Wärmebild) – das spart näheres Heranfliegen und damit Akkulaufzeit.

Welche staatlichen Fördermittel gibt es?

Drohnentechnik ist bahnbrechend und das hat auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erkannt. Für 2021 werden 3 Mio. Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt, um die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildtechnik zur Kitzrettung zu fördern. Bis zum 1. September 2021 können berechtigte Vereine Anträge auf Förderung stellen. Dabei können je Verein bis zu zwei Drohnen mit jeweils maximal 4.000 € bzw. 60 % der förderfähigen Ausgaben unterstützt werden. Genauere Informationen zum Förderprogramm gibt es auf der Infoseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Rehkitz/Rettung_node.html. Die hohe Nachfrage und damit teilweise limitierte Verfügbarkeiten dämpfen möglicherweise bei einigen Interessierten die Euphorie. Aber auch wenn es für diese Saison zu knapp werden sollte, können sich Interessierte noch im Sommer dieses Jahres für das nächste Frühjahr ausstatten und von den Fördermitteln profitieren.kitzrettung_drohne

Weitere jagdliche Einsatzgebiete für Flugdrohnen

Was es zur drohnengestützten Kitzrettung braucht, haben wir bereits in einer Themenwelt zusammengestellt. Dort finden sich neben den förderfähigen Drohnenmodellen und passendem Zubehör auch praktische andere Dinge rund um den Einsatz für die Kitze.

Weitere jagdliche Einsatzfelder für Drohnen sind die Kontrolle von Wildschäden und Jagdplanung. Dank der Vogelperspektive können landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen auf Wildschäden kontrolliert und Schadflächen genau vermessen werden. Das schafft Transparenz für Jäger und Geschädigte - so herrscht Klarheit über die Flächengröße und die Entschädigungssumme kann leicht ermittelt werden. Auch die Erhebung von Wildaktivitäten in bestimmten Revierteilen und damit die jagdliche Planung können vereinfacht werden. Ein Vorteil in besonders weitläufigen Revieren. So lässt sich besser prognostizieren, wo und wie bejagt werden kann.

Welche rechtlichen Voraussetzungen beim Drohnenflug zu beachten sind, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag unter https://www.grube.de/blog/rechtliche-bestimmungen-fuer-drohnen/. Bei Fragen stehen wir gern zur Verfügung und wünschen viel Erfolg und Freude bei den kommenden Einsätzen.

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