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Ferngläser 89 Artikel
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Ferngläser für Jagd, Naturbeobachtung und Freizeit

Kein Jäger kommt ohne ein gutes Fernglas aus. Welche Faktoren bestimmen den Preis der Optik? Ist es das Image einer Marke, das ein Fernglas teuer macht? Und muss gute Qualität teuer sein?

  1. Grundlagen für Jagdferngläser
  2. Die wichtigsten Kennzahlen der Ferngläser
    1. Das Objektiv
    2. Das Okular
    3. Die Austrittspuplle
  3. Ferngläser anhand der Dämmerungszahl vergleichen
  4. Qualitätsvergütung der Optik
  5. Kaufkriterien für ein Fernglas in der Zusammenfassung

Grundlagen für Jagdferngläser

Die Funktion eines Fernglases besteht darin, dass Lichtstrahlen durch ein System von Prismen und Linsen in das Auge gelangen. Bei jeder Änderung des Mediums, beispielsweise Luft-Glas oder Glas-Luft, geht zwangsläufig ein kleiner Prozentsatz der ursprünglichen Lichtstärke verloren. Diesen Effekt können Sie ohne Fernglas ausprobieren. Schauen Sie durch ein Fenster nach draußen und öffnen Sie es anschließend. Fällt Ihnen auf, dass das Bild heller erscheint, wenn Sie nicht durch die Glasscheibe sehen? Im Fernglas oder Fernrohr verhält es sich ähnlich. Das ist physikalisch bedingt. Das Ausmaß an Lichtverlusten lässt sich jedoch durch eine Vergütung begrenzen.

Ferngläser sind aufwendige optische Instrumente. Ein klares Bild in den Augen des Benutzers ist das Ziel, allerdings ist jedes Fernglas ein Kompromiss in die eine oder andere Richtung. Die Faktoren Handlichkeit und optische Leistung stehen miteinander in Konkurrenz. Machen Sie sich daher Gedanken über die typischen Einsatzgebiete, bevor Sie ein neues Fernglas kaufen.

Weitere Kaufkriterien sind Wasserdichtigkeit, Stickstofffüllung, Lotuseffekt und die allgemeine Haptik der Ferngläser. Zusatzfunktionen wie Laserentfernungsmesser oder Ballistikinformationen erweitern die optischen Grundfunktionen noch weiter. Brillenträger profitieren von umklappbaren oder stufenlos drehbaren Augenmuscheln.

Die wichtigsten Kennzahlen der Ferngläser

Das Objektiv

    Wichtig für eine hohe Lichtdurchlässigkeit ist der Objektivdurchmesser des Fernglases. Das Objektiv ist dem Betrachtungsobjekt zugewandt, daher der Name. Faustregel: Je mehr Licht hinein kommt, desto mehr kann beim Auge ankommen. Vergleichen Sie im Kopf einmal den Durchmesser eines Strohhalms mit dem eines Feuerwehrschlauches. Ein Nachtglas hat in der Regel einen größeren Objektivdurchmesser als ein Pirschglas. Der Durchmesser der Objektive lässt sich für Ferngläser allerdings nicht unbegrenzt steigern, denn ein Fernglas muss handhabbar bleiben. Abmessungen und Gewicht bilden natürliche Grenzen für ein Jagdglas. Dieser Faktor begrenzt die Leistungsfähigkeit von handlichen Taschengläsern.

Das Okular

    Das Okular ist die dem Auge zugewandte Linse. Sie sorgt normalerweise für die Vergrößerung. Eine hohe Vergrößerung lässt entfernte Objekte näher erscheinen. Gleichwohl hat die Vergrößerung in der Praxis Grenzen. Bei hoher Vergrößerung können Sie das Fernglas nicht mehr freihändig halten. Außerdem kostet auch eine hohe Vergrößerung einen gewissen Prozentsatz an Lichtstärke. Für die Jagd ist eine Vergrößerung von 8x bis maximal 10x  praktikabel. Bei weit höheren Vergrößerungen (Vogel- und Naturbeobachtung) ist ein Stativ ratsam, wie es bei Spektiven verwendet wird. Diese Kennzahlen bilden die gängige Fernglas-Bezeichnung wie 8 x 56 oder 10 x 42. Die erste Zahl gibt den Vergrößerungsfaktor an, die zweite den Objektivdurchmesser.

    Eine hohe Vergrößerung verringert das Sehfeld. Ein Sehfeld von mehr als 130 m kann das menschliche Auge gar nicht mehr wahrnehmen. Bei Angabe in Winkeln entspricht 1° etwa 17,5 m.

Die Austrittspupille

    Man könnte meinen, dass sich durch eine Steigerung des Objektivdurchmessers oder der Vergrößerung die Lichtstärke beliebig steigern ließe. Dies ist nicht der Fall. Der begrenzende Faktor heißt Austrittspupille. Die Austrittspupille in Millimetern errechnet sich aus der Division AP = Objektivdurchmesser/Vergrößerung. Beispiel: 56/8 = 7 mm Austrittspupille bei einem Jagdglas 8 x 56. Diese Größe oder ein ähnliches Modell haben alle großen Hersteller wie Leica, Zeiss, Swarovski, Steiner oder Minox in ihrem Programm. Die Austrittspupille gibt den Durchmesser des Lichtstrahls an, der das Fernglas zum Auge hin verlässt. Die menschliche Pupille kann sich bei Dunkelheit bis circa 7 mm öffnen, mit zunehmendem Alter sinkt dieser Wert. Eine Austrittspupille > 7mm am Fernglas führt daher zu keiner Verbesserung der Lichtstärke.

Die drei Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Im Allgemeinen wird die Optik umso schwerer, je leistungsfähiger sie ist. Ein Wanderer benötigt aus diesem Grund kein 8 x 56 für seine Touren bei schönem Wetter und gutem Licht.

Ferngläser anhand der Dämmerungszahl vergleichen

Die von vielen Kunden nachgefragte Dämmerungszahl ist eine rein rechnerische Größe. Sie ist die Wurzel aus dem Produkt Vergrößerung x Objektivdurchmesser. Beispiel: Ein Fernglas A (10x44) wie auch ein Fernglas B (8 x 54) haben im Mittel eine Dämmerungszahl von 21. Die Austrittspupille „A“ beträgt nur 4,4 mm, die von „B“ 6,75 mm. Trotz vergleichbarer Dämmerungszahl ist Fernglas B aufgrund des Lichtdurchlasses „rechnerisch“ wesentlich besser für die Dämmerung geeignet. Die Dämmerungszahl berücksichtigt nicht die optische Qualität der Ferngläser! Ein preiswertes Fernglas aus Asien hat aufgrund der Optik rechnerisch gleiche Werte wie ein hochwertiges „High-End“-Fernglas. Allerdings ist die optische Qualität, definiert durch die Glassorte und deren Vergütung nicht gegeben. Die Verarbeitung ist weniger hochwertig. Die Dämmerungszahl allein ist deshalb im Hinblick auf die Qualität des Glases bei wenig Licht nicht aussagekräftig. Die Farbe der Linsen ist ebenfalls kein Qualitätskriterium.

Dringt Wasser ein oder beschlagen die Linsen, ist die Sicht dahin. Jäger setzen daher auf Qualität. Neben der optischen Komponente ist das Design, die Haptik und schlussendlich die Bedienbarkeit ein wichtiges Kaufkriterium für hochwertige Optik.

Qualitätsvergütung der Optik

Hochwertige Markenferngläser von Zeiss, Swarovski oder Leica haben mehrfach vergütete Linsen und Prismen. Die Vergütung und die Wahl der Glassorte sorgen für eine hohe Lichtdurchlässigkeit. Die Lichtdurchlässigkeit bezeichnet der Fachmann als Lichttransmission. Die besten Ferngläser erreichen Werte von 92% und mehr. Art und Umfang der Vergütung entscheiden maßgeblich über den Preis. Sie werden den Unterschied bei schwierigen Lichtverhältnissen in der Dämmerung bemerken. Ein hochwertiges Fernglas zeigt selbst im Randbereich noch ein gestochen scharfes Bild, ein minderwertiges dagegen verzerrt das Bild oder lässt es unscharf erscheinen. Die Farbtreue spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für ein gutes Jagdglas, ebenso bei der Naturbeobachtung.

Kaufkriterien für ein Fernglas in der Zusammenfassung

  • Einsatzzweck
  • Objektivdurchmesser
  • Vergrößerung
  • Gewicht
  • Mehrschichtvergütung
  • Druck- und Wasserdichtheit
  • Design und Haptik
  • Marke und Preis
  • Tauglichkeit für Brillenträger
  • Zubehör und Sonderfunktionen

Nehmen Sie sich bei der Auswahl eines Fernglases Zeit. Hochwertige Optik hat ihren Preis, doch insbesondere auf der Jagd werden Sie Ihr Fernglas über Jahrzehnte nutzen.

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