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Axt einstielen: So wird es gemacht

Bei der fleißigen Arbeit kann es schon einmal vorkommen, dass der Stiel einer Axt bricht oder einreißt. Doch Sie müssen nicht direkt eine neue Axt kaufen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten Ihre Axt mit einem Ersatzstiel versehen, sodass Sie ohne große Unterbrechung weiterarbeiten können. 

Wie Sie den richtigen Ersatzstiel finden

Ohne Stiel sind die besten Äxte nicht viel wert. Der Stiel entscheidet über Arbeitssicherheit und Ergonomie, sorgfältige Auswahl und Montage lohnen sich deshalb immer. Mit dem Kauf eines Ersatzstiels stellt sich manchem allerdings die Frage, wie der Axtkopf am besten einzustielen sei. Denn scheinbar passt der neue Stiel zunächst nicht zum Axtkopf, er ist zu groß.

Dieses Übermaß ist von Vorteil, um genug „Material“ zum individuellen Nacharbeiten auf den jeweiligen Axtkopf zu haben. Die Ersatzstiele haben die grobe Form des Loches im Axtkopf. Dieses Loch wird fachlich korrekt auch „Auge“ oder „Öhr“ genannt. Neben Werkzeug erfordert das Einstielen ein wenig Augenmaß und Hintergrundwissen. Liegt doch die Kunst des Einstielens darin, den Stiel so fest wie möglich mit dem Kopf zu verbinden. Dies gilt für Äxte, Beile und andere Werkzeuge gleichermaßen.

Axt fertig entsieltMaterialliste zur Reparatur einer Axt:

  • Axt oder Beil, welches neu eingestielt werden soll
  • einen passenden Ersatzstiel (in unserem Onlineshop jeweils beim Artikel zu finden)
  • Hammer und gegebenenfalls Schlagdorn
  • Handsäge
  • Hartholzkeil
  • gegebenenfalls wasserfester Leim oder Kleber
  • Metallkeile (Sfix oder Ringkeil)

Schritt 1: Anpassen des Ersatzstiels an den Axtkopf

Standardfeile zum Entstielen der AxtFalls der alte Stiel noch im Axtkopf stecken sollte, sägen Sie diesen so kurz wie möglich ab. Anschließend treiben Sie den alten Stiel mittels Hammer und Schlagdorn von der Griffseite gesehen nach oben heraus. Brennen Sie den Axtstiel nicht aus, denn dies vermindert die Festigkeit des Stahls. Falls nötig, bohren Sie das Holz des alten Stiels mit einem Bohrer vorsichtig weg.

Suchen Sie sich einen passenden Stiel zu Ihrer Axt oder dem Werkzeug, welches neu eingestielt werden soll. Wie oben beschrieben, kann der Axt- oder Beilstiel leichtes Übermaß haben. Anschließend nehmen Sie so viel Material ab, dass der Axtkopf mit „gewissem Nachdruck“ auf den Stiel passt. Für diesen Vorgang hat sich die Surform-Standardfeile bewährt. Testen Sie zwischendurch immer wieder, ob der Stiel passt. Merke: Lieber in kleinen Schritten wenig feilen als zu viel.

Maserung bei HolzstielenEin Tipp: Orientieren Sie sich beim Nacharbeiten an der Holzmaserung. Feilen Sie nicht an den durchgehenden Jahresringen herum, denn das schwächt den Stiel. Nehmen Sie stattdessen dort Material ab, wo die Fasern ohnehin nicht mehr durchgängig sind (grün eingefärbt). Die Belastbarkeit des Axtstiels wird so nicht unnötig geschwächt.

Der Axtkopf soll später zwar möglichst formschlüssig auf dem Stiel sitzen, aber achten Sie darauf den Axtkopf wegen der Splittergefahr nicht von oben mit einem Hammer zu bearbeiten. Trieben Sie stattdessen den Stiel von unten Stück für Stück in den Axtkopf. Ein Überstand von einigen Millimetern nach oben ist wünschenswert. Als Unterlage können Sie zwei Bretter verwenden, um eine stabile Arbeitsunterlage zu haben.

   

Ersatzstiel in AxtkopfSchritt 2: Die Sicherung des Axtstiels mit Keilen

Die Mehrzahl der handelsüblichen Axtstiele verfügen über einen eingesägten Schlitz. Schlagen Sie in diesen Schlitz einen passenden Hartholzkeil ein. Der Keil soll auf voller Breite Kontakt zum Stiel haben. Ein Tropfen wasserfester Leim am Keil ist empfehlenswert, aber kein Muss. Am Kopf überstehendes Material können Sie einfach mit einer Säge entfernen. Axtkopf und -stiel sollen jetzt nahezu bündig oben abschließen.

Als abschließende Sicherung dienen Metallkeile. Hier gibt es prinzipiell zwei Arten. Bewährt hat sich der Sfix-Keil, also ein flacher Metallkeil, der durch die Verschränkung der „Füße“ sicher im Holz hält. Diese Art der Sicherung schlägt man diagonal zum Holzkeil ein. Sfix-Keile gibt es in verschiedenen Größen, wobei die maximal mögliche Größe durch die Abmessungen des Axtkopfes begrenzt ist. Der Sicherungskeil soll natürlich nicht den Stiel spalten.

Axtstiel mit MetallkeilDie zweite Möglichkeit zur abschließenden Befestigung des Axtstieles mit dem Axtkopf bilden sogenannte Ringkeile. Auch diese gibt es in verschiedenen Größen. Ringkeile haben den Vorteil, das Holz gleichmäßig nach allen Seiten zu verdrängen. Je nach Größe der Axt empfehlen sich ein oder zwei Ringkeile zur Befestigung.

Einen Sonderweg bei der Stielbefestigung geht der Hersteller Ochsenkopf. Die Modelle „Rotband Plus“ verfügen über eine Stielschutzhülse und eine Sicherungsplatte, die mit einer Schraube durch den Ringkeil hindurch befestigt wird. Der Axtkopf ist auf diese Weise gleich mehrfach gesichert.

Die Stielmontage ist korrekt, wenn die Schneide der Axt in einer gedachten Linie zum Stiel verläuft. Nur so ist eine sichere und kräfteschonende Arbeit mit dem Werkzeug möglich.

Tipps zum Axt Einstielen

spalthammer von ochsenkopf

  • Nutzen Sie einen passenden, abgelagerten und trockenen Stiel
  • Hickory, Akazie und Esche sind die besten Stielhölzer
  • Axtkopf soll „satt“ am Stiel anliegen, gegebenenfalls müssen Sie mit einer Raspel nacharbeiten
  • Axtkopf soll gerade auf dem Stiel sitzen und nicht „aus der Flucht“ laufen
  • nicht auf den Hammerkopf schlagen (Splittergefahr)

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