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Praktikum bei unserer schwedischen Tochterfirma

Ich bin Lina Mariska Schröder und im zweiten Lehrjahr Auszubildende bei der Grube KG. Hier wurde mir u.a. mit Unterstützung der BBS Soltau und des Erasmus-Programmes die Möglichkeit geboten, ein dreiwöchiges Praktikum bei unserer Tochterfirma „Skogma“ in Hammerdal, einem kleinen Dorf in Schweden, zu absolvieren. Gesagt, getan!

„Überrascht von den Schneemassen“

Nach einigen Vorbereitungen, die bezüglich Unterlagen und Papierkram erledigt werden mussten, sowie sprachlicher Vorbereitung, ging es schließlich am Dienstag, den 03. April los Richtung Norden. Die Anreise verlief schnell und mit kurzer Zwischenlandung in Stockholm, kam ich gegen 15:30 Uhr in Östersund an. Die erste Besonderheit war hier schon der sehr kleine Flughafen, von dem ich von dem Geschäftsführer der schwedischen Firma und seiner Familie abgeholt wurde. Ich war sehr überrascht von den Schneemassen, die immer noch vorhanden waren. Etwa eine Stunde dauerte die Fahrt vom Flughafen der nächstgelegenen „Großstadt“ (ca. 60.000 Einwohner) in das ca. 1000 Einwohner große Hammerdal.

Untergebracht war ich drei Wochen lang in einer kleinen Hütte auf dem örtlichen Campingplatz, der nur ein paar Hundert Meter vom Arbeitsplatz gelegen war. In dieser Hütte fehlte es mir an nichts, ich hatte ein Bett, Schrank, eine kleine Küchenzeile mit Essbereich, sowie ein kleines Badezimmer mit Dusche. So war ich für die Zeit in meinem kleinen Heim gut ausgestattet. Am späten Nachmittag ging ich nochmal in den einzigen örtlichen Supermarkt, um mich mit einigen Lebensmitteln auszustatten.

Die ersten Arbeitstage in Schweden

Am Mittwoch startete dann bereits mein erster Arbeitstag um 7:30 Uhr. Ich lernte zunächst die ca. 21 Mitarbeiter und das Gebäude kennen. Ich hatte auf Anhieb einen sehr guten Eindruck, denn alle waren super freundlich. Die ersten drei Arbeitstage verbrachte ich im Lager. Dieses war zum einen kleiner als das deutsche Zentrallager, zum anderen war es komplett anders sortiert und strukturiert. Nach einigen Probeläufen kam ich mit dem neuen System jedoch gut zurecht. Meine Hauptaufgaben bestanden aus dem Kommissionieren der Waren und aus dem Pakete packen. Um diese anschließend verschicken zu können, musste ich mich zunächst mit dem dortigen Warenwirtschaftssystem auseinandersetzen. Alles auf Schwedisch wohlgemerkt! Aber auch dies war nach kurzer Zeit kein großes Problem mehr und ich konnte Versandetiketten und Lieferscheine drucken, um die Pakete versandfertig zu machen. Am Freitag konnte ich das erste Mal mit der Putzmaschine fahren.

Flusslauf

Unterwegs mit dem Schneemobil: Durchgefroren, aber zufrieden

Das Wochenende verbrachte ich hauptsächlich draußen mit winterlichen Aktivitäten. Am Samstag machte ich mit den Besitzern des Campingplatzes eine „Snowmobile-Tour“ durch die jämtländischen Wälder. Wir sahen Rehe und fuhren über einen zugefrorenen See im nächsten Dorf, von wo aus man in der Ferne die norwegischen Berge sehen konnte. Zwischendurch legten wir kurze Pausen mit heißer Schokolade ein. Etwas durchgefroren, aber zufrieden kamen wir nach einigen Stunden zurück zum Campingplatz. Am Sonntag fuhr ich ca. 2 km Langlaufski durch den nahegelegenen Wald. Außerdem sah ich mir Hammerdal etwas genauer an.

Abwechslungssreiche zweite Woche

Die nächste Woche startete wieder mit der Arbeit im Lager. Hier gestalteten wir unter anderem den Verkaufsraum um. Nachmittags arbeitete ich das erste Mal in der Einkaufsabteilung im Büro. Hier verbrachte ich die gesamte Woche. Ich buchte Rechnungen, schrieb Vororderbestellungen und verglich Auftragsbestätigungen. Außerdem recherchierte ich nach bestimmten Artikeln, die von anderen Lieferanten geliefert werden sollten und half der Verkaufsabteilung bei einigen Aufgaben. In dieser zweiten Woche durfte ich auch zwei Meetings miterleben, bei denen ich allerdings nicht alles verstand. In den Mittagspausen ging ich häufig mit Kollegen spazieren und lernte so immer mehr schöne Ecken in Hammerdal kennen. In dieser Woche wurde ich außerdem von einer Kollegin eingeladen, die ursprünglich aus Deutschland stammt. Sie zeigte mir, wie sie und ihre Familie in Schweden lebten und gewährte mir so einige Einblicke in das schwedische Leben und Traditionen.

Am Freitag machte ich nicht wie sonst erst um 16:30 Uhr Feierabend, sondern etwas früher. Denn es sollte nach Östersund gehen. Hier gingen wir in der Innenstadt bummeln und in den sogenannten „Vinterparken“. Dies ist ein öffentlicher Park, in dem in der Wintersaison Schneeschlösser für die Kinder und Rodel- und Eislaufbahnen (auf dem See) aufgebaut waren. Leider war alles schon etwas angetaut, aber wir hatten trotzdem Spaß. Den Abend verbrachten wir im Schwimmbad. Am Samstag fand ein „Scooter-Rennen“ (Schneemobil) der Kinder statt. Dort sahen wir bei schönstem Sonnenschein den Kindern zu.

Schweden_Sonnenuntergang

Von den -15 °C der letzten Woche war nicht mehr viel zu spüren. Also nutze ich die Gelegenheit, um die dortige Skipiste auszuprobieren. Es gab nur einen kleinen Schlepplift, aber das reichte, um ein wenig Ski zu fahren. Das Wochenende nutzte ich außerdem für Wandertouren um den See und zu der Kirche in Hammerdal. Nun waren schon beinahe zwei Wochen um, in denen ich sehr viel Neues erlebt und gesehen hatte. Ich sah unter anderem Rentiere, einen Fuchs und etwas von dem Himmel, der von den Polarlichtern grünlich schimmerte.

Die dritte Woche - Start der Bingo-Saison

Die dritte Woche verbrachte ich hauptsächlich wieder im Einkauf. Ich buchte Artikel aus dem Lager aus, arbeitete in Excel und verglich Auftragsbestätigungen in „GARP“. Weiterhin legte ich neue Artikel an, bearbeitete Rückstandslisten und verglich Einkaufspreise. Dienstagabend ging die „Bingo-Saison“ in Hammerdal wieder los. Dies ist typisch für Schweden. Über die Sommermonate wird in Hammerdal jeden Dienstag, in anderen Städten an anderen Wochentagen, Bingo gespielt. Hierfür versammelte sich vor allem die ältere Generation in einer Art Gemeindehaus. Dieses wird auch für Veranstaltungen, zum Tischtennis oder zum Tanzen genutzt. Es werden beliebig viele Bingoscheine vor Ort gekauft, ein Freiwilliger sitzt vorne auf der kleinen Bühne und sagt über ein Mikrofon die per Computer gezogenen Zahlen durch, gleichzeitig werden sie auf kleinen Anzeigetafeln gezeigt. Wer sich gern unterhalten möchte, kann auch draußen in seinem Auto spielen, da es auch draußen Lautsprecher gibt. Das Spiel hat hier etwas andere Regeln als in Deutschland und jede Runde wird immer solange gespielt, bis jemand „Bingo“ hat und somit einen Geldbetrag gewinnt. Insgesamt ging der Abend inklusive Kaffeepause ca. 3,5 Stunden und es war eine witzige und sehr nette Tradition.

Am Donnerstag bekam ich eine private Kirchenführung von einer sehr netten Kollegin. Da die Kirche über die Wintermonate außer an Weihnachten und Ostern geschlossen ist, bot sie mir an, den Schlüssel zu besorgen und mir die schöne Kirche, die direkt am See gelegen ist, von innen zu zeigen.Lina_Radlader Die Kirche, sowie die Umgebung waren superschön und da es bis ca. 21:00 Uhr relativ hell war, konnten wir zu Fuß um den See hin- und zurücklaufen. Danach lud mich die Kollegin noch auf eine Tasse Kaffee ein. Dies ist auch typisch für Schweden, erst wird warm zu Abend gegessen und später, gegen 21:00 Uhr, wird ein kleiner Snack wie eine Brotzeit mit Knäckebrot usw. zu sich genommen. Am Freitag arbeitete ich am Nachmittag erneut im Lager, hier durfte ich unter anderem den riesigen Bagger/Gabelstapler fahren.

Abschied und Rückreise nach Hamburg

Den Samstag verbrachte ich mit einer Kollegin und ihren Kindern erneut in Östersund. Vormittags stand erst Bummeln auf dem Programm und nachmittags besuchten wir das „Jamtli“. Dies ist ein Museum mit unterschiedlichen Ausstellungen. Es besteht außerdem zu großen Teilen aus dem Freilichtmuseum, in dem historische Gebäude aufgebaut wurden. Im Sommer wird dort das damalige Leben mit Schauspielern dargestellt und es gibt einige Dinge, die man selbst ausprobieren kann. Da es noch nicht komplett geöffnet war, liefen wir durch den Park, schauten uns die Häuser an und liefen zu einer alten Dampflok. Ich sah ziemlich viel in und um Östersund und am Sonntag hieß es dann leider schon wieder packen und aufräumen. Außerdem wurde dieser vorletzte Tag in der Sonne genutzt und mit einem Ausflug auf dem Quad mit dem Besitzer des Campingplatzes gekrönt. Nun blieb mir nur noch ein Arbeitstag und es hieß, die letzten Sachen zusammenzupacken. Am Dienstag nahm ich noch an einem Meeting teil und wurde ganz lieb verabschiedet. Um 9:00 Uhr ging es dann los zum kleinen Flughafen in Östersund und über Stockholm zurück nach Hamburg.

Die Zeit in Schweden war super schön und leider auch sehr schnell wieder zu Ende. Viel zu schnell musste ich mich von den schwedischen Kollegen und der ruhigen Umgebung verabschieden. Dies hat mir übrigens besonders gut gefallen. Die ruhige und friedliche Umgebung. Alles, besonders die Leute waren viel entspannter und schienen zufriedener, keiner war so in Eile oder gestresst. Zusammenfassend kann ich diese Erfahrung nur jedem weiterempfehlen und mich nur bei allen bedanken, den deutschen, sowie den schwedischen Mitarbeitern, die mir so eine schöne Zeit ermöglicht haben.

Lina_Quad

Und damit erst einmal „Hej då“ – „Auf Wiedersehen“!

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