Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Wertästung werden in jungen Beständen gezielt vitale Bäume ausgewählt und ihre Äste bis zu einer definierten Höhe entfernt, um einen möglichst langen, astfreien Stamm für Wertholz zu erzeugen.
- Man unterscheidet Trockenastung (Entfernung abgestorbener Äste, weitgehend risikofrei) und Grünastung (Entfernung lebender Äste, mit höherem Risiko für Pilzbefall, aber größerer Wertsteigerung).
- Eine Astung beginnt in der Regel ab etwa 10–12 cm Brusthöhendurchmesser („Bierkrugstärke“); je nach Baumart werden grob 60 bis 250 Bäume pro Hektar geästet.
- Üblicherweise werden Äste bis rund sechs Meter Höhe entfernt, bei Baumarten wie Fichte oder Lärche kann die Hochastung bis zu etwa zwölf Meter reichen.
So geht Wertästung
Bei der Wertästung werden gezielt vitale Bäume in jungen Jahren ausgewählt, deren Äste man bis zu einer bestimmten Höhe entfernt. Eine Astung wird bereits bei einem Brusthöhendurchmesser von 10–12 cm vorgenommen, der sogenannten Bierkrugstärke. Ziel dabei ist, die Holzqualität zu erhöhen, indem 2/3 der Stammrolle astfrei werden und dadurch Schnittholzanteile von mindestens 50 Prozent entstehen. Die grüne Krone wird hierbei am Baum belassen, sie soll mindestens 40 Prozent der Gesamtbaumlänge betragen.
Generell können alle Baumarten geästet werden. Wichtig ist nur, dass sie eine hohe Qualität und ein starkes Wachstum mitbringen.
Bei der Wertästung wird zwischen zwei Arten unterschieden
Die Trockenastung
Das knackt und kracht: Bei der Trockenastung werden ausschließlich bereits abgestorbene Äste abgesägt. Das ist für den Baum risikofrei.
Die Grünastung
Diese Ästungsmethode wird vor allem bei bereits erwachsenen Bäumen angewandt. Es ist die größere und auch riskantere Arbeit: Hier werden lebende, grüne Äste entfernt. In die Schnittwunden können unter Umständen Pilze eindringen und in der Folge die Holzqualität mindern. Damit der Baum eine natürliche Abwehr dagegen aufbauen kann, wird die Ästung, je nach Baumart, zu unterschiedlichen Jahreszeiten durchgeführt. Zusätzlich kann auf Baumharz zurückgegriffen werden, welches man auf die Wunden aufträgt. Beachtet man all das, ist die Grünastung die Variante, die sich besonders lohnen kann.
Wann und wie viel Wertholzastung?
Da Trockenastungen für die Bäume grundsätzlich ungefährlich sind, können sie das ganze Jahr über durchgeführt werden. Bei der Grünastung variiert der optimale Zeitpunkt hingegen von Baumart zu Baumart. Beispielsweise wird bei Bäumen, die eher zum Bluten neigen (u. a. Ahorn), bevorzugt zwischen Juni und August geästet, in denen sie eine günstigere Wundreaktion haben.
Je nach Baumart werden grob zwischen 60 (z. B. Nussbaum) und 250 (z. B. Douglasie) Bäume je Hektar Wald geästet. Empfehlungen und Richtlinien werden durch die jeweilige Landesforstverwaltung herausgegeben und können sich je nach Region und Bundesland unterscheiden.
Akkurate Aufastung mit dem richtigen Werkzeug
Eine Ästung kann man entweder manuell, z. B. mit einer Handsäge, oder maschinell mittels einer Klettersäge durchführen. Je nach Baum und dessen Höhe werden unterschiedliche Schnitttechniken angewandt. Im Regelfall entfernt man alle Äste bis zu einer Höhe von sechs Metern. Bei speziellen Baumarten, wie z. B. Fichten und Lärchen, geht es aber sogar noch weiter nach oben: Bei bis zu 12 Metern Höhe wird eine Hochastung vorgenommen.
Egal, welche Herangehensweise erforderlich ist: Es muss in jedem Fall mit Sorgfalt vonstattengehen. Das heißt, es sollen alle Äste komplett entfernt werden – ohne Stummeln und mitsamt der Feinäste. Und natürlich ganz selbstverständlich: Niemand darf verletzt werden, auch nicht der Baumstamm.
FAQs – Häufig gestellte Fragen zur Wertästung
Was versteht man unter Wertästung und welches Ziel hat sie?
Bei der Wertästung werden in jungen Beständen gezielt vitale Bäume ausgewählt und deren Äste bis zu einer bestimmten Höhe entfernt, damit später ein möglichst großer Teil des Stammes astfrei bleibt. Ziel ist, die Holzqualität zu erhöhen und hohe Schnittholzanteile zu erzielen, also Wertholz mit astreinem Erdstamm zu erzeugen.
Was ist der Unterschied zwischen Trockenastung und Grünastung?
Bei der Trockenastung werden ausschließlich bereits abgestorbene Äste entfernt, was für den Baum weitgehend risikofrei ist und ganzjährig erfolgen kann. Die Grünastung entfernt lebende, grüne Äste; sie bringt höhere Wertsteigerung, ist aber riskanter, weil Schnittwunden Pilzen Eintritt bieten und deshalb baumartabhängig zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführt werden müssen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Wertästung und wie viele Bäume werden geästet?
Eine Astung beginnt in der Regel bereits bei einem Brusthöhendurchmesser von etwa 10–12 cm („Bierkrugstärke“), damit später 2/3 der Stammrolle astfrei bleiben. Je nach Baumart und Standort werden grob 60 bis 250 Bäume je Hektar geästet, wobei optimale Zeitpunkte und genaue Zahlen von Baumart, Region und den Empfehlungen der Landesforstverwaltung abhängen.
Wie hoch wird bei der Wertästung geästet und welche Werkzeuge kommen zum Einsatz?
Üblicherweise werden Äste bis etwa sechs Meter Stammhöhe entfernt; bei Baumarten wie Fichte oder Lärche kann die Astung im Rahmen einer Hochastung bis zu zwölf Meter reichen. Für die Arbeit werden je nach Höhe Handsägen, spezielle Ästsägen oder Klettersägen eingesetzt, immer mit sorgfältiger Schnittführung ohne Stummeln und Feinäste, um glatte, splitterfreie Wunden zu gewährleisten.
Welche Baumarten eignen sich besonders für die Wertästung und was ist bei der Kronenlänge zu beachten?
Grundsätzlich können alle Baumarten geästet werden, sofern sie gesund, wüchsig und von hoher Qualität sind; häufig wird die Maßnahme bei Kiefer, Douglasie, Lärche, Fichte und wertvollen Laubbäumen eingesetzt. Wichtig ist, dass die grüne Krone erhalten bleibt und mindestens etwa 40–50 Prozent der Gesamtbaumlänge ausmacht, damit die Bäume weiterhin ausreichend vital wachsen.
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