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    Auffanggurte
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    Auffanggurte

    Ein Gurt ist eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz für Arbeiten mit Absturzrisiko. Er nimmt den Körper im Sturzfall sicher auf und wird in persönlichen Absturzschutzsystemen eingesetzt. Von reinen Halte- oder Sitzgurten unterscheiden sich Auffanggurte durch definierte Auffangösen und die Zuordnung zur EN 361, die Anforderungen, Prüfverfahren, Kennzeichnung und Herstellerinformationen für Auffanggurte festlegt.

    In der Baumpflege wird ein Auffanggurt eingesetzt, wenn bei Aufstieg, Positionswechsel oder Arbeiten an Stamm und Krone ein echtes Absturzrisiko besteht. Anders als Baumklettergurte für die Arbeitspositionierung ist der Auffanggurt auf die Einbindung in ein Auffangsystem ausgelegt. Für Arboristen, Forstprofis und Höhenarbeiter im Baumbereich zählen vor allem sicherer Sitz, klare Anlegepunkte, Bewegungsfreiheit und eine Ausführung, die sich sinnvoll mit weiterer Kletterausrüstung kombinieren lässt.

    Wofür werden Auffanggurte in der Baumpflege eingesetzt?

    Auffanggurte in der Baumpflege dienen als Gurte für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz in Situationen, in denen ein Auffangsystem erforderlich ist.

    Im Baumumfeld betrifft das zum Beispiel den Zugang zu Arbeitsplätzen mit Absturzkante, den gesicherten Wechsel zwischen Standplätzen oder Tätigkeiten, bei denen ein Baumklettergurt allein nicht die richtige Lösung ist. Gurte zur Absturzsicherung ersetzen keinen Baumklettergurt allgemein, sondern sind gezielt für den Auffangfall gedacht. Je nach Aufgabe lässt sich ein Auffanggurt allein oder als Teil eines kombinierten Systems nutzen.

    Worauf kommt es bei der Auswahl an?

    Entscheidend bei einem Auffanggurt für Arboristen sind Passform, geeignete Auffangösen, Bewegungsfreiheit und die saubere Einbindung in das jeweilige Sicherungssystem.

    • Vordere und/oder rückseitige Auffangöse passend zum vorgesehenen Einsatz
    • Gut einstellbare Schulter-, Brust- und Beinschlaufen
    • Sicheres Anlegen auch mit Handschuhen
    • Bewegungsfreiheit beim Steigen, Umsetzen und Arbeiten in engen Kronenbereichen
    • Kompatibilität mit weiterer Ausrüstung aus dem Bereich Baumpflege

    Ein Gurt muss eng und korrekt sitzen, ohne die Bewegungen beim Aufstieg unnötig einzuschränken. Bei längeren Einsätzen helfen gepolsterte Bereiche und eine durchdachte Gurtführung. Wird zusätzlich Werkzeug mitgeführt, sind Materialschlaufen sinnvoll, wobei sie keine Auffangösen ersetzen.

    Welche Ausführungen sind für die Praxis im Baum relevant?

    Im Baumpflegeeinsatz sind sowohl klassische Auffanggurte nach EN 361 als auch kombinierte Systeme mit zusätzlichen Funktionen relevant.

    Einfache Auffanggurte konzentrieren sich auf die sichere Einbindung in ein persönliches Absturzschutzsystem. Daneben gibt es Systeme, die weitere Einsatzbereiche abdecken und sich für anspruchsvollere Höhenarbeiten eignen. Im baumnahen Umfeld kann das sinnvoll sein, wenn neben dem Auffangen auch Arbeitspositionierung oder seilunterstützte Abläufe eine Rolle spielen. Für rein arboristische Arbeitspositionierung bleiben jedoch Baumklettergurte und bei Bedarf Brustgurte die naheliegenden Kategorien.

    Wie unterscheiden sich Auffanggurte von Baumklettergurten?

    Baumklettergurte sind auf Arbeitspositionierung und Hängen im Seilsystem ausgelegt, während Auffanggurte den Sturz in einem Absturzschutzsystem auffangen.

    Für die Baumpflege ist diese Abgrenzung wichtig. Ein Auffanggurt zur Absturzsicherung ist dann richtig, wenn der Schutz gegen Absturz im Vordergrund steht. Ein Baumklettergurt unterstützt dagegen typische Arbeiten in der Krone mit Beweglichkeit und positioniertem Arbeiten. Wer beide Anforderungen verbinden muss, sollte die Systemfrage vor dem Einsatz sauber klären und die passende Kategorie wählen.

    Welche Ausstattungsmerkmale erleichtern den Arbeitsalltag?

    Komfortmerkmale an Auffanggurten erleichtern in der Baumpflege das Anlegen, Tragen und Arbeiten unter wechselnden Bedingungen.

    • Schnallen, die sich schnell und eindeutig bedienen lassen
    • Gepolsterte Schulter- oder Beinbereiche
    • Farbige Kennzeichnung der Gurtbänder für korrektes Anlegen
    • Eng anliegende Konstruktion mit guter Beweglichkeit
    • Materialschlaufen für mitgeführte Ausrüstung

    Gerade beim häufigen An- und Ablegen, beim Arbeiten mit Handschuhen und bei längeren Einsätzen macht eine praxistaugliche Ausstattung einen deutlichen Unterschied. Zubehör für Gehörschutz oder Motorsägenarbeit gehört dabei nicht an unpassende Schlaufen. Für die Motorsäge im Baum sind vielmehr passende Kategorien wie Motorsägenhaken oder Motorsägenstropp relevant.

    Wann sind kombinierte Gurtsysteme sinnvoll?

    Kombinierte Gurtsysteme sind sinnvoll, wenn im Baumpflegeumfeld neben dem Auffangen weitere Funktionen wie Halten oder sitzendes Arbeiten in angrenzenden Höhenarbeitsbereichen gebraucht werden.

    Interessant werden solche Systeme vor allem dann, wenn Arboristik und andere Arbeiten in der Höhe ineinandergreifen. Für reine Baumpflegearbeiten sollte dennoch genau geprüft werden, ob ein spezialisierter Baumklettergurt, ein zusätzlicher Brustgurt oder ein eigener Auffanggurt die bessere Lösung ist. Gurte für Höhenarbeiten können in anderen Einsatzfeldern passend sein, sind aber nicht automatisch die erste Wahl für typische Arbeiten im Baum.

    Worauf ist bei Zustand und Prüfung zu achten?

    Auffanggurte müssen vor jedem Einsatz sichtbar geprüft und nach Herstellerangaben sowie betrieblichen Vorgaben regelmäßig kontrolliert werden.

    Zu achten ist auf unbeschädigte Gurtbänder, Nähte, Schnallen, Auffangösen und Kennzeichnungen. Auffälliger Verschleiß, Verformungen, Schnitte, Abrieb, chemische Einwirkungen oder eine unklare Vorgeschichte sprechen gegen die weitere Nutzung. Prüfen darf einen Auffanggurt nur, wer dafür fachlich geeignet ist und nach den geltenden Vorgaben handelt. Auch Ersatzteile für Auffanggurte sollten nur verwendet werden, wenn sie für das jeweilige System vorgesehen sind.

    Die wichtigsten Normen im Überblick

    Für Auffanggurte in der Baumpflege sind vor allem die Anforderungen an sichere Auffangfunktion, Prüfung, Kennzeichnung und Herstellerinformationen im Rahmen persönlicher Absturzschutzsysteme relevant. Maßgeblich ist dabei insbesondere EN 361 für Auffanggurte.

    • EN 361 — EN 361 legt Anforderungen, Prüfverfahren, Kennzeichnung und Informationen des Herstellers für Auffanggurte fest, die als persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz verwendet werden. Die Norm betrifft Auffanggurte für den Einsatz in persönlichen Absturzschutzsystemen. EN 361 ist eine europäische Norm (EN). Die Norm enthält Anforderungen an Prüfung, Kennzeichnung und Herstellerinformationen für Auffanggurte.

    Häufige Fragen

    Wie lange können Auffanggurte verwendet werden?

    Auffanggurte dürfen nur so lange verwendet werden, wie der Hersteller es vorgibt und der Gurt bei Sicht- und Sachprüfung ohne Mängel ist. Eine pauschale Nutzungsdauer oder ein allgemeingültiges Maximalalter für alle Modelle gibt es nicht. Maßgeblich sind Herstellerangaben, Lagerung, Nutzungshäufigkeit, Umwelteinflüsse und das Ergebnis der Prüfungen. Nach einem Sturz oder bei Zweifeln am Zustand ist der Gurt in der Regel sofort aus dem Einsatz zu nehmen.

    Was muss immer bei einem Auffanggurt dabei sein?

    Zu einem Auffanggurt müssen die Herstellerinformationen und die Kennzeichnung des Produkts gehören. Für den sicheren Einsatz braucht es außerdem das passende Auffangsystem und eine korrekte Auswahl für die konkrete Arbeitssituation.

    Wer darf eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz unterweisen?

    Unterweisen darf nur eine fachlich geeignete Person mit ausreichender Kenntnis der eingesetzten persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz und der betrieblichen Gefährdungen. Inhalt und Umfang der Unterweisung müssen zum Einsatzbereich passen.

    Wer darf eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz prüfen?

    Prüfen darf nur eine fachlich befähigte Person nach den geltenden Vorgaben und den Herstellerinformationen. Die Person muss Schäden, Verschleiß und die Einsatzgrenzen der Ausrüstung sicher beurteilen können.

    Stand: Juli 2026

    Aus der GRUBE-Produktberatung Baumpflege

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