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Zweiter Teil: 110 km über das Fjäll – eine Reise zu Fuß

Weiter geht es auf der Fjällräven Classic 2015 mit Stefan Meier. Diesmal berichtet er über kleine Alltagsfreuden und große Leckereien. Die Wanderung führt ihn über den legendären Königsweg durch das Tjäktjajakka Tal bis ins hohe Gebirge. Seine Highlights und Eindrücke können Sie im zweiten Teil unserer Reihe „110 km über das Fjäll – eine Reise zu Fuß“ nachlesen.

Gut gestärkt bereit für die nächste Etappe

Am nächsten Morgen entschädigen der Anblick des weiten, trogförmigen Gletschertales und die tiefschwarzen Bergflanken für eine erste, unruhige Nacht. Die Umstellung vom bequemen, warmen Bett auf Schlafsack und glatte Luftmatratze dauert immer einige Zeit. Pünktlich um fünf Uhr früh scheint die Sonne in mein Zelt.

Der Primus Gaskocher Lite Plus kocht Wasser schneller als jeder Induktionsherd: Kaffee in 30 Sekunden. Danach für ganz Tapfere ein kurzes, erfrischendes Bad im Gletscherfluss, Knäckebrot mit der unvermeidlichen schwedischen Orangen-Marmelade, etwas heißer Haferbrei und noch ein Kaffee.

Wanderung mit dem Primus Gaskocher Express

In 15 Minuten ist das Zelt abgebaut und alle Utensilien im Rucksack verstaut. Los geht´s – zum nächsten Checkpoint, nach Singhi. Juhuu!

Talwanderung mit abschließendem Wellness-Programm

Der Dag Hammarsköldleden Weg, benannt nach Schwedens berühmtem Sohn und 2. UN-Generalsekretär, führt 15 Kilometer durch ein Hochtal unterhalb des mächtigen Singitjakka. Dabei werden die Wanderer eine ganze Weile von einem schnell fließenden Bach, dem Lastjobahta, begleitet. Nach etwa drei Stunden anstrengender Wanderung überwindet man eine kleine Felsbarriere und schaut dann wie gebannt ins Tal hinab. Man fühlt sich an Alaska erinnert. Flach mäandernd strömt der Tjäktjajakka mit vielen Inselchen und Sandbänken durch das von Nord nach Süd verlaufende Tal. Dabei wird es von dem legendären Königsweg, der Kungsleden, der von Abisko bis weit in den Süden führt, durchkreuzt.

Hingesprenkelt, zunächst nur wie winzige Punkte, die Singhi-Hütten. Unwillkürlich kommt der Gedanke, ob das, was man hier sieht, vielleicht ein Zipfel des Paradieses sein könnte. Der Abstieg ins Tal fällt leicht. Auch wenn man wegen der Knie langsam nach unten steigen sollte, handelt es sich eher um ein Voranstürmen. Auch in dem Wissen, dass es da unten, am Checkpoint zwei Souvas gibt. Kleinstgeschnetzeltes Rentierfleisch mit etwas Soße auf Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Alles eingewickelt in einen Teigfladen. Wrap à la Sami - Lecker!

Talwanderung durch SchwedenNach kurzer Pause geht es nun von Singhi auf dem Kungsleden direkt nach Norden. Das Tagesziel dieses zweiten Tages heißt Sälka. Direkt am Fluss soll das Nachtlager sein. Und das Beste: dort gibt es eine Holzofensauna - Luxus pur. Das Holz zum Heizen wird im Winter per Schneemobil und im Sommer mit dem Helikopter eingeflogen. Hacken muss man es selbst, den Saunaofen heizen natürlich auch. Zur Abkühlung geht es danach in den schnellfließenden Gletscherfluss.

Hoch hinaus über den Tjäktapass

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen. Zweieinhalb Stunden sind es bis zum Tjäktapass. 300 Höhenmeter wollen auf kurzer Strecke überwunden werden. Eigentlich kein Problem, wären da nicht die 16 kg oder mehr des Rucksackes.

Durchgeschwitzt und etwas außer Atem erreiche ich schließlich die Passhöhe in 1140 Metern. Das klingt nicht viel, muss aber in Relation zur nördlichen Breite und zur Höhe des Gebirges gesehen werden. Oben fühlen sich alle als Helden – vor allem aber sind sie glücklich, es bis hierhin geschafft zu haben.

"Hierhin" heißt auch und vor allem: 50 km oder zwei anstrengende Tagesmärsche entfernt von der nächsten Straße. Handyempfang gibt es schon seit gestern Nachmittag nicht mehr.

…Fortsetzung folgt

schwedisches GebirgeÜber die Anfänge der Wanderung der Fjällräven Classic 2015 können Sie sich in unserem ersten Beitrag zu dem Reisebericht Erster Teil: 110 km über das Fjäll – eine Reise zu Fuß informieren.

Bildquellen: © Stefan Meier 

 

 

 

 

 

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