Wissenswertes zur Fallenjagd

Neben den bekannten Formen der Jagdausübung wie Pirsch-, Drück- und Ansitzjagd gibt es auch eine stille Form der Jagd – die sogenannte Fallenjagd oder Fangjagd. Diese Jagdart fällt ebenfalls unter das Bundesjagdgesetz und erfordert zumindest einen Jagdschein zur Ausübung. Vielfach wird eine Fallen- und Fangjagdbescheinigung benötigt, die in einem mehrstündigen Unterricht in Theorie und Praxis erworben wird. Erfahren Sie in folgendem Beitrag, was eine Fallenjagd kennzeichnet, worauf Sie bei der Durchführung achten müssen und wie Sie die Fallenjagd effektiver gestalten können.

Welche Gesetze und Sicherheitsvorkehrungen müssen Sie bei der Fallenjagd beachten?

Die Fangjagd dient zur Bejagung von Raubwild, welches häufig nachtaktiv ist. Für diese stille Form der Bejagung sind Lebendfallen sowie Totschlagfallen erlaubt. Totschlagfallen müssen eine sofortige Tötung voraussetzen, daher ist hier der fachgerechte Einsatz von hoher Bedeutung, um eine Gefährdung für Menschen, Haustiere und anderes Wild auszuschließen.

Achten Sie stets darauf, den Standort und die Beköderung Ihrer Totschlagfalle so zu wählen, dass nur das Raubwild angesprochen wird. Um ein Auslösen der Falle durch andere Wildarten zu vermeiden, stellen Sie die Falle ein wenig abseits der Ihnen bekannten Wildwechsel.

fallenjagd-fasanAn stark durch den Menschen belebten Plätzen und Wegen, dürfen Sie die Fallenjagd – sofern sie keine Gefährdung für den Menschen darstellt – nur in geschlossenen Fangbunkern und –gärten ausüben, da das Recht zur freien Landschaftsbetretung in jedem Revier gilt. Nicht tierschutzkonform und unwaidmännisch sind defekte Fallen, bei denen die Tiere beim Fang verletzt werden.

Alle Raubwildfallen erfordern eine tägliche Kontrolle – die Wieselfalle sogar zwei Kontrollen pro Tag. Aufgrund der Nachtaktivität der Beute findet diese am besten morgens statt.

Lebendfalle & Totschlagfalle: Wie unterscheiden sich die Fallenarten?

Unabhängig davon, ob Sie sich zur Ergänzung Ihrer Jagdausrüstung für eine Lebendfalle oder eine Totschlagfalle entscheiden, gibt es einige Punkte bei der Fallenjagd zu beachten:

Ummantelung

Lebendfallen erfordern eine Komplettummantelung, so dass der Innenraum, in dem sich das gefangene Tier befindet, vollständig abgedunkelt ist und ein Schutz vor der Witterung gegeben ist. Dies muss bei Drahtfallen durch eine zusätzliche Verkleidung mit Holz oder Plane gewährleistet sein, während Holzfallen in der Regel über eine konstruktionsbedingte Abdunkelung verfügen.

Größe

Je nach Wildart, auf die die Falle ausgelegt ist, muss eine jeweilige Mindestgröße eingehalten werden.

Innenraum

Unabhängig der Tierart dürfen sich keinerlei Kanten oder Spitzen im Innenraum befinden, die eine Verletzungsgefahr darstellen können.

fallenjagd-marderZu den Lebendfallen zählen:

  • Betonröhrenfalle: hauptsächlich zur Fuchsjagd auf bekannten Pässen oder Unterschlüpfen eingesetzt
  • Kastenfalle: verschiedene Größen für verschiedene Wildtierarten erhältlich
  • Wieselwippbrettfalle: Fang durch Wippbrett, gehört zu einer Unterkategorie der Kastenfallen

Im Gegensatz zu Totschlagfallen haben Lebendfangfallen den Vorteil, dass gefangene Tiere problemlos wieder freigelassen werden können.

Totschlagfallen

Auch Totschlagfallen unterliegen einigen gesetzlichen Vorgaben. Erlaubt sind nur Fallen, die auf Zug reagieren. Tritt- bzw. druckauslösende Fallen sind generell verboten.

Die detaillierte Gesetzgebung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bitte informieren Sie sich - nicht nur, wenn Sie die Jagd mit einer Totschlagfalle planen - über die geltende Gesetzgebung in Ihrem Bundesland.

Eine Übersicht der Länderregelungen zur Fallenjagd stellt der Deutsche Jagdverband zur Verfügung.

Totschlagfallen sind meist aus Stahl hergestellt. Folgende Exemplare werden in der Jagdausübung verwendet:

  • Scherenfalle: universell für kleineres Raubhaarwild
  • Rasenfalle: hauptsächlich für die Marder- und Iltisfangjagd
  • Marderschlagbaum: nur zum Marderfang
  • Bügelfallen: verschiedene Variationen des Abzugeisens, je nach Bundesland meldepflichtig bei der zuständigen Jagdbehörde

Fallenjagd-Tipps: Wie kann man die Fangjagd effizienter gestalten?

fallenjagd-fuchsDie Fallenjagd steht bei vielen Jagdgegnern stark im Verruf, dabei ist sie zum Schutz des Niederwildes und der Bodenbrüter unabdingbar. Besonders Raubwild wie Marder, Dachse, Waschbären und Iltisse lassen sich mit anderen Jagdformen nur schwer regulieren.

Die Durchführung einer Fallenjagd ist jedoch alleine sehr zeitaufwändig und ohne die nötige Erfahrung bleibt der waidmännische Erfolg häufig auch aus.

In einigen Gebieten Deutschlands haben sich passionierte Fallenjäger revierübergreifend zusammengeschlossen. Dies bringt einige Vorteile mit sich. Zum einen bereiten eine gemeinschaftliche Jagd und der Austausch über Jagderfolge viel Freude. Zum anderen ist auch der Einstieg als Anfänger in die Fangjagd erheblich einfacher, wenn Sie auf die Erfahrungen langjähriger Jäger zurückgreifen können.

Des Weiteren lässt sich bei einer großflächigen, revierübergreifenden Bejagung die Fallenjagd effizienter gestalten. Neben dem gemeinsamen Bau von Fallen, bieten sich gegenseitige Revierbegehungen an, bei denen Sie sich über Verbesserungsmöglichkeiten austauschen können.

Gibt es innerhalb beziehungsweise im direkten Umfeld Ihres Revieres keine weiteren Fallenjäger, ist auch die Nutzung von sozialen Netzwerken zum Kennenlernen und Austausch eine Möglichkeit. Hier haben Sie auf vielen verschiedenen Kanälen die Möglichkeit, Gruppen beizutreten, Erfahrungen auszutauschen und Ihr Wissen gemeinsam mit anderen Jägern zu erweitern.

Wenn Sie sich über weitere Jagdarten informieren wollen, lesen Sie auch die folgenden Beiträge aus unserem Blog:

Bildquellen:
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