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Wildtier des Jahres 2018 - die Wildkatze

Es ist wieder soweit - die Deutsche Wildtierstiftung hat das Wildtier des Jahres 2018 gewählt. Auserkoren wurde die europäische Wildkatze. Die Deutsche Wildtierstiftung hat sich mit der Wahl des Wildtiers des Jahres zum Ziel gesetzt, mehr Aufmerksamkeit für die jeweils gekürte Wildtierart zu gewinnen. Oft sind die ernannten Tierarten bedroht oder streng geschützt und benötigen dringend Unterstützung. Es ist noch nicht lange her, dass die Wildkatze in ganz Europa verbreitet war. Jetzt lebt sie zurückgedrängt auf kleinen Flächen. Wir stellen Ihnen im folgenden Bericht das Wildtier des Jahres 2018 etwas genauer vor.

Optische Merkmale der Wildkatze - dem Wildtier des Jahres 2018

Die europäische Wildkatze wird oft verkannt und als verwilderte Hauskatze abgetan. Weit gefehlt, die Wildkatze unterscheidet sich nicht nur optisch von ihrer Verwandtschaft, sondern ist auch äußerst selten. Folgende Merkmale sind für Felis silvestris silvestris, so der wissenschaftliche Name dieser Tierart, charakteristisch.

  • dichtes, graues Fell mit gelblichem Unterton
  • eher verwaschene, wenig sichtbare Tigerzeichnung
  • Aalstrich als dunkle Linie auf dem Rücken
  • der Aalstrich endet, anders als bei den Hauskatzen, an der Schwanzwurzel
  • maximal sechs dunkle Streifen zwischen Ohren und Nacken
  • buschiger Schwanz mit nur 2-3 dunklen Ringen
  • immer stumpfe und dunkle Schwanzspitze

Der Lebensraum der europäischen Wildkatze

Die europäische Wildkatze bevorzugt naturnahe Wälder sowie Halboffenlandschaften mit hecken- und gehölzreichen Flächen. Immer in Deckung und meist nur im Schutz der Dunkelheit verlässt der geschickte Mäusejäger seinen Einstand. Wildkatzen sind Einzelgänger und haben ein relativ großes Streifgebiet. Das Streifgebiet eines Katers ist mit 1.500 bis 3.000 Hektar ähnlich groß wie der Einstand unseres heimischen Rotwildes. Die Katze benötigt nur 300 bis 800 Hektar, ist dafür aber strenger in der Abgrenzung mit anderen Kätzinnen. Bei den Katern überlappen die Streifgebiete oftmals großzügig. Beide Geschlechter kontrollieren ihre Reviere regelmäßig. 

Tagschläfer:Wildkatze

Tagsüber sieht man das Wildtier des Jahres 2018 kaum, da es überwiegend schläft. Dies tut die Wildkatze gern in alten Baumstämmen, Baum- und Felsspalten, Reisighaufen, Holzpoltern und anderen trockenen Versteckmöglichkeiten. Ab und zu wird auch ein Erdbau von Fuchs oder Dachs genutzt.

Nachtjäger:

Gejagt wird im Schutz der Dunkelheit. Ab Sonnenuntergang begibt sich die Wildkatze auf Nahrungssuche. Ihr Jagdhabitat erstreckt sich von Hecken über Wegränder, Uferstreifen bis hin zu Brachen und Wiesen. Überwiegend jagt sie Mäusearten. Es ist aber auch mal ein Hase oder Fasan dabei.

Fakten über die Wildkatze - das Wildtier des Jahres 2018

Hier haben wir für Sie die interessantesten Fakten zusammengefasst. 

Bestand ca. 6.000 lebende Exemplare
Alter die Wildkatze wird bis zu 12 Jahre alt
Größe Höhe: ca. 40 cm Länge: ca. 80 cm
Besonderheiten extrem gutes Hörvermögen dank der in alle Richtungen beweglichen Ohren
Nahrung Reptilien, Amphibien, Kleinsäger, Fische
natürliche Feinde Fuchs, Baummarder, Luchs und Uhu
Ranzzeit zwischen Januar und März
Tragzeit etwa 68 Tage
Wurf 4 bis 6 Junge pro Wurf (Geheck)

Ihr Geheck versteckt die Kätzin in bodennahen Totholzstrukturen. Bei großen Verlusten an Jungtieren kommt es mitunter zu einem Ersatzwurf bis in den September hinein

Heutiger Stand 

Trotz erheblicher Verluste an Jungtieren gehört das Wildtier des Jahres 2018 zu den Gewinnern unserer heimischen Wildtiere. Nachdem es fast ganz verschwunden war, gibt es heute wieder einen Bestand von etwa 6.000 Tieren. Die Deutsche Wildtierstiftung sorgt mit ihren Artenschutzmaßnahmen für einen weiteren Anstieg der Population und für die Verbesserung der Lebensräume. Der Erhalt naturnaher Wälder mit hohem Laubholzanteil sowie Hecken und Gehölzen ist lebenswichtig für die Wildkatze. Hier findet sie ein optimales Nahrungsangebot und genügend Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und zu verstecken.

Ziele des Projektes "Wildkatzen - Auf der Spur"

Das Ziel des Projektes soll die Wiederausbreitung der Wildkatze und der Erhalt sowie die europäische WildkatzeWiederherstellung ihrer bevorzugten Lebensräume sein. Es soll zusätzlich erforscht werden, inwieweit die zunehmende Aktivität in unseren Wäldern ihren Lebensraum negativ beeinflusst. Die steigende menschliche Nutzung - zunehmender Verkehr auf Waldwegen und die Inbetriebnahme von immer mehr Windkraftanlagen - könnte sich auch negativ auf den Bestand der Wildkatze auswirken. 

Das Anliegen der Deutschen Wildtierstiftung hat Hilmar Freiherr von Münchhausen treffend ausgedrückt: "Die Ergebnisse aus unserem Forschungsprojekt werden uns zeigen, welche Bedürfnisse die Wildkatze hat. Wir müssen die Nutzung von Wäldern zukünftig so gestalten, dass sie weiter Lebensraum auch für die scheue Wildkatze sind."

Weitere Informationen zum Thema und Projekt Wildtier des Jahres 2018 finden Sie auf der Seite Deutsche Wildtierstiftung. Über das Wildtier des Jahres 2017 - die Haselmaus - informieren wir ebenfalls in unserem Blog.

Textquelle:

Deutsche Wildtierstiftung

Bildquellen:

Pixabay © 422737/2074

Pixabay © Garoch

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