Corona-Lockdown - regionales Wildbret direkt vermarkten und verwerten

Die Drückjagdsaison und damit auch die Wildbret-Saison haben längst begonnen. Trotz Corona, allerdings mit strengen Hygienekonzepten, versuchen Jäger und Jägerinnen mit Drück- und Treibjagden sowie Sammelansitzen die vorgegebenen Abschusszahlen zu erfüllen und vor allem den Schwarzwildbestand zu reduzieren. Corona- und ASP-Beschränkungen machen die Durchführung von Gesellschaftsjagden extrem schwer. Aber nicht nur die Durchführung der Jagden ist schwerer geworden, sondern auch die regionale Vermarktung des Wildbrets. Bereits seit dem ersten Lockdown, der Gaststätten, Restaurants und Hotels betraf, fielen den Revierinhabern wichtige Abnehmer weg. Viele Revierinhaber blieben auf hochwertigem Wildbret sitzen oder mussten es teilweise zu Dumpingpreisen veräußern. Der zweite Lockdown mit noch strengeren Kontaktbeschränkungen lässt den Inhalt der Gefriertruhen und Wildkammern weiter anwachsen. Im folgenden Blogbeitrag finden Sie Vermarktungsplattformen und Tipps zur Direktvermarktung und Weiterverarbeitung von heimischem Wildbret. 

Wildbret als Genussmittel mit Bio-Qualität

Grundsätzlich ist die Nachfrage nach Wildbret in den letzten Jahren gestiegen und immer mehr Deutsche essen Wildfleisch. Es ist extrem gesund und besitzt Bio-Qualität. Die Wildtiere wachsen dem Tierwohl entsprechend in freier Wildbahn auf, werden einem nachhaltigen Kreislauf entnommen und haben keinen Lebendtransport. Achten Sie aber beim Kauf Ihres Wildfleisches auf die Herkunft, Wildbret aus Gatterhaltung oder dem Ausland entspricht oft nicht den vorab genannten Kriterien.

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Viele Fleischkonsumenten denken bei Wildfleisch immer noch an den Sonntags- oder Weihnachtsbraten oder, dass es schwierig zuzubereiten ist. Aber peu à peu und dank der Öffentlichkeitsarbeit der Jäger und Jägerinnen findet ein Umdenken in der Jagd- und Kochszene statt, was für Wildbrethändler und Wildbretkäufer von großem und vor allem vielseitigem Vorteil ist.

Wildbret - Neue Zahlen, Fakten und Rezepte vom DJV 

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zu dem Thema Wildbretvermarktung und Wildbretverwertung neue Zahlen, Fakten und Rezepte veröffentlicht. 80 % der Deutschen sind inzwischen davon überzeugt, dass Wildbret ein sehr ursprüngliches und extrem hochwertiges Lebensmittel ist. Jeder Zweite hat inzwischen mindestens einmal im Jahr Wildbret auf dem Speiseplan. Auf der Beliebtheitsskala führt Wildbret vom Wildschwein, gefolgt von Rehwild sowie Rot- und Damwild. Auf der Seite Wild auf Wild vom DJV finden Sie regionale Produkte von über 4.000 Anbietern sowie die größte Auswahl an kostenlosen Online-Wildrezepten mit praktischen Tipps und lehrreichen Videos. Mehr Natur auf dem Tisch geht nicht. 

Per Wildbar-App Wildbret vermarkten

Aber nicht nur Wild auf Wild bietet Jägern und Wildbretkonsumenten eine informative Plattform. Die App Wildbar liefert ein Netzwerk, das effizient, qualitativ und nachhaltig agiert. Die App Wildbar ist für Zulieferer und Konsumenten gleichermaßen nutzbar, da über sie gekauft und verkauft werden kann. 

Wildbret - Direktvermarktung, Weiterverarbeitung & Ausnahmewild

Auch die Ministerien der Bundesländer suchen nach Lösungen, Jagd und Jäger in Zeiten von Corona und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu unterstützen. Jagd ist systemrelevant und spätestens seit dem Ausbruch der ASP in Deutschland unabdingbar. Daher haben das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft  und Verbraucherschutz und das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg neue Vorschriften erlassen.

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachsen

Das Land Niedersachsen hat mit einem Erlass vom 15. Mai 2020 vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Lösungsansatz gefunden. Laut Erlass dürfen Jägerinnen und Jäger ihr erlegtes Wildbret und die daraus hergestellten Erzeugnisse selbst vermarkten. Dabei dürfen sie auf die Räumlichkeiten von anderen zugelassenen oder registrierten B_72-256_2_j15_300x300_lowrescYW4NJraTfe9zLebensmittelunternehmen – zum Beispiel handwerklichen Fleischereien – zurückgreifen und auch deren Dienstleistung in Anspruch nehmen. Außerdem dürfen Jägerinnen und Jäger andere Lebensmittelunternehmer beauftragen, um Produkte aus dem erlegten Wild herzustellen. Diese selbsterzeugten Produkte dürfen von Jägern selbst vermarktet und vertrieben werden. Die Registrierung als Lebensmittelunternehmer bei der zuständigen Veterinärbehörde ist Voraussetzung. Der Verkauf oder die Abgabe der selbst produzierten Produkte darf nur an Endverbraucher erfolgen. Dies aber nur am eigenen Wohnort oder über einen Marktstand im Umkreis von weniger als 100 Kilometern um den Wohnort des Jägers oder den Erlegungsort. Als Voraussetzung hierfür gilt außerdem die Einhaltung der einschlägigen lebensmittelrechtlichen Hygienebestimmungen.

Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg 

In Baden-Württemberg hat das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz folgenden Erlass zur Unterstützung des Wildbretverkaufs "von Privat" veröffentlicht und eine Projektgruppe zur Prüfung der bisherigen Auslegungen zu Ausnahmewild im Hinblick auf die Verbesserung der Vermarktung von Fleisch und Fleischerzeugnissen von in Deutschland erlegten Wildschweinen ins Leben gerufen. Das Ergebnis der Projektgruppe der AFFL finden Sie hier.

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