Wildacker anlegen und pflegen

Ob als Ablenkfütterung zur Verhütung von Wildschäden an Wald und Flur, dem Darbieten einer artgerechten Äsungsfläche oder als Deckungsschutz des Niederwildes vor Beutegreifern - die Gründe und Ziele für das Anlegen eines Wildackers sind vielseitig. Zur Anlage eines langfristig erfolgsversprechenden Wildackers sollten Sie gezielt vorgehen. Was es dabei alles zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Wildacker anlegen - wie sollten Sie vorgehen?

Egal, ob Sie einen Wildacker als Ablenkfütterung anlegen, um typische Wildschäden zu vermeiden oder eine Äsungsfläche für das Wildtier zur Verfügung stellen möchten – beim Anlegen eines Wildackers, sollten Sie die folgenden drei Schritte beachten. Grundsätzlich können Wildäcker von April bis Juni angelegt werden, so dass sie dem Niederwild ab August Schutz bieten können.

1. Den richtigen Standort finden

Zur Anlage eines Wildackers müssen Sie zunächst einen passenden Standort in ihrem Revier finden. Wildäcker lassen sich auf offener Feldflur und im Wald anlegen. Generell sollten Sie darauf achten, die Fläche an von Menschen ungestörten Orten anzulegen. Im Feld empfehlen sich Waldrandstreifen, Brachflächen oder Flächen, die aufgrund ihrer Lage oder Größe ackerbaulich nicht genutzt werden. Legen Sie ihren Wildacker im Wald an, sollte er sich nahe des Einstands des Wildes an einer lichten und ruhigen Stelle befinden.

wildacker-anlegen-als-ablenkfuetterung2. Prüfung des Bodens

Haben Sie sich für eine Stelle entschieden, muss zunächst der Nährstoffzustand des Bodens ermittelt werden. War die gewählte Fläche lange Zeit außer Nutzung, liegt vermutlich eine unausgewogene Nährstoffversorgung vor. Dies lässt sich leicht anhand einer Bodenprobenanalyse feststellen. Sie gibt Aufschluss über die Gehalte der Hauptnährstoffe wie Phosphor, Kalium und Magnesium.

Ebenso wird der Boden-pH-Wert ermittelt, dieser sollte grob zwischen 5,5 und 7 liegen. Befindet sich dieser im unteren Grenzbereich beziehungsweise unterhalb des Grenzwertes, empfiehlt sich eine Kalkdüngung zur Erhöhung des pH-Wertes. Dieser Vorgang dauert je nach Art des Kalkes zwischen einem bis vier Jahre. Liegt Ihnen ein eher trockener, luftiger Boden mit hohem Sandanteil vor, sollten Sie kohlensauren Kalk verwenden. Auf schweren Böden mit hohen Tongehalten erzielen sie mit Branntkalk ein besseres Ergebnis.

Sofern Sie sich für eine Fläche entschieden haben, die lange Zeit brach lag, müssen Sie diese zunächst in einen ackerbaufähigen Zustand bringen. Ist der Bewuchs sehr dicht, empfiehlt sich eine Bearbeitung mit einem Forstmulcher. Diese lassen sich zum Beispiel bei Maschinenverleih-Firmen auf Stundenbasis mieten. Bei weniger dichtem Bewuchs reicht es die Fläche abzuschlegeln. Wichtig dabei ist, die Pflanzenreste zur besseren Verrottung einzuarbeiten.

3. Bodenbearbeitung

Kurz vor der Aussaat wird der Boden je nach Mutterbodentiefe umgebrochen. Bei tiefgründigerem Boden sollten Sie zur Unterdrückung von Beikräutern einen Pflug verwenden. Bei flachgründigeren Böden an beispielsweise Waldschneisen ist keine wendende Bodenbearbeitung möglich. Trotzdem können Sie hier eine Äsung anlegen, in dem Sie die Fläche mit einer Anbaufräse circa zehn Zentimeter tief auflockern. Nach der Bearbeitung sollte der Boden je nach Feuchtegrad abtrocknen.

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Ist der Boden ausreichend abgetrocknet, können die durch die Bodenanalyse ermittelten Nährstoffe ausgebracht werden und der Boden durch die Saatbettbereitung auf die Aussaat des Pflanzgutes vorbereitet werden. Dazu eignen sich Geräte wie

  • Grubber
  • Walzen
  • Eggen
  • Zinkenrotoren oder
  • Saatbettkombinationen

Die Auswahl ist abhängig von der Bodenart, der Jahreszeit, dem Wetter, der Geländeform und der Krumenfeuchtigkeit.

Wenn Sie einen Wildacker anlegen, spielt die Saatbettbereitung eine untergeordnete Rolle. Richten Sie sich vorrangig danach, über welche Geräte Sie verfügen. Es lohnt sich, bei benachbarten Landwirten, Maschinenringen oder Maschinenverleihen nachzufragen, wenn Sie über keine eigenen Geräte verfügen.

Welches Wildackersaatgut empfiehlt sich?

Bei der Auswahl des Wildackersaatgutes kommt es darauf an, ob Sie den Wildacker einjährig oder mehrjährig anlegen möchten und ob sie über schwere oder leichte Böden verfügen:

wildacker-anlegen-wieseGeeignete Pflanzen für einjährige Wildacker sind Senf, Mais, Lupinen, Kartoffeln, Markstammkohl und Hafer.

Für mehrjährige Wildacker eignen sich überwinternde Pflanzen wie Kleearten, Lieschgras, Ölrettich und Wiesenschwingel.

Eine Wildackermischung für schwere Böden kann beispielsweise aus Buchweizen, Futterraps, Luzerne, Markstammkohl, Ölrettich und Senf bestehen.

Futterraps, Buchweizen, Hafer, Markstammkohl, Ölrettich, Senf und Sonnenblumen eignen sich als Wildackermischung für leichte Böden.

Die Aussaatmenge ist jeweils abhängig von der Pflanzenart.

Wildacker pflegen

Um den maximalen Nutzen ihres Wildackers zu erzielen, sollten Sie ihn richtig pflegen. Zu den Pflegemaßnahmen zählen die Düngung, die jährliche Rotation der Kulturpflanzen und bei Waldrandlage ein regelmäßiger Rückschnitt, um zunehmende Beschattung zu verhindern.

Zur Düngung sollte ein Volldünger, bestehend aus Stickstoff, Phosphat und Kalium verwendet werden. Dieser sollte circa 3 Wochen nach dem Aussaattermin und zu Herbstbeginn ausgebracht werden.

 

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  • Anfrage Wildacker als Unkrautschutz auf Todholzflcächen?

    Hallo,

    es gibt ja in Deutschland viele geräumte Todholzflächen.- Gibt es hier eine Pflanzenmischung, die den Unkrautdruck Brombeere und ähnliches in der ersten Zeit unterdrückt?