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Wandern im Winter - Ausrüstung, Hinweise und Tipps

Klare Luft, der Himmel in hellem Blau und rundherum alles in Weiß getaucht. Wer Entschleunigung sucht und dabei aktiv bleiben will, der kommt beim Wandern im Winter auf seine Kosten. Doch selbst bekannte Routen werden, versteckt unter der weißen Schneedecke, zur neuen Herausforderung. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Winterwandern-Ausrüstung, zur richtigen Bekleidung und viele weitere hilfreiche Tipps.

Was ist das Besondere am Wandern im Winter?

Ein Wintertraum am helllichten Tag: Es ist ein Moment des Innehaltens und des Genießens, wenn Sie durch verschneite Täler und Wälder wandern. Nur hier und da ein Knacken der Äste, manchmal ein Vogelzwitschern, aber hauptsächlich ganz viel Stille. Es entsteht eine magische Stimmung, wenn die Landschaft unter dem Weiß verschwindet, wenn Schnee und Wind dem Hang ganz neue Formen verleihen, wenn gut bekannte Wanderwege nur mehr zu erahnen sind und sich die Umgebung komplett verändert zeigt.

Ein weiterer Vorteil für Winter-Aktive: Für das Wandern im Winter ist, im Vergleich zu Skitouren gehen oder Skifahren, keine übermäßig teure Komplettausrüstung notwendig. Die geeignete Bekleidung und ein Paar wärmende Handschuhe finden sich beispielsweise in so gut wie jedem Haushalt. So können auch Sporteinsteiger schnell und unkompliziert erste Erfahrungen sammeln.

Was ist im Winter beim Wandern zu beachten?

Sind Sie ein absoluter Anfänger und es packt Sie gerade in den Wintermonaten erstmals die Wanderlust? Dann sollten Sie es sehr langsam angehen und sich auf präparierte, flache Wanderwege festlegen – oder Ihr Vorhaben um ein paar Monate hinauszögern. Denn: Zweistellige Minustemperaturen sind in höher gelegenen Gebieten keine Seltenheit. Das Stapfen durch Tiefschnee ist mühsam und Trittsicherheit ist besonders gefordert. Geeignete Winterwanderschuhe sind außerdem etwas schwerer als gewöhnliche Trekkingschuhe und es kann einige Zeit dauern, bis diese eingetragen sind und ein blasenfreies Wandern im Winter möglich ist.

Das ist alles kein Problem für Sie? Dann hinaus in die weiße, prächtige Winterlandschaft! Gehen Sie langsam und gleichmäßig, am besten mit einem Wanderpartner, mit dem Sie sich noch mühelos unterhalten können, ohne ins Schwitzen zu geraten. Wenn Sie im Winter wandern, ist eine sehr gute Orientierung notwendig, da sich Markierungen und Schilder oft unter dem Schnee verstecken.

Welche Wanderrouten kann ich im Winter nehmen und wo sollte ich lieber nicht wandern?

In vielen Regionen können Sie auf geräumten und gut ausgeschilderten Winterwanderwegen den Fußmarsch durch die tief verschneite Landschaft genießen. Vor allem in Tourismusregionen und Skigebieten stehen meist einige gekennzeichnete Winterwanderwege zur Verfügung.

Tipp: Besonders schöne und idyllische Winterwanderwege erwarten Sie in kleineren Skigebieten, wo neben den präparierten Pisten noch genug Raum für aktive Winterwanderer bleibt.

Als Winterwanderwege ausgezeichnete Routen befinden sich in der Regel nicht in lawinengefährdeten Gebieten. Große Neuschneemengen oder widrige Bedingungen mit schlechter Sicht bieten dennoch Gefahrenpotential für die Tour. Informieren Sie sich in diesem Fall kurz vor der Wanderung in Tourismusbüros oder bei ortskundigen Bergführern. Aktuelle Lawinenlageberichte können Sie heute ganz einfach über das Internet abrufen. Gilt Lawinenwarnstufe 4 oder 5, dann machen Sie es sich vor dem Ofen gemütlich. Auch bei Lawinenwarnstufe 3 sind steile Hänge mit Hangneigungen über 35 Grad tabu. Winterwanderwege abseits von Hängen haben hingegen einen ganz besonderen Charme, wenn am Tag zuvor gerade frischer Schnee gefallen ist.

Führt der Wanderweg eine befahrene Forststraße entlang, dann halten Sie sich mittig, denn die Spurrillen sind oft sehr glatt. Aus Rücksicht auf Skitourengeher sollten Sie nicht genau in die Aufstiegsspur treten, sondern ein Stück daneben wandern. Ebenso ist das Wandern auf Langlaufloipen nicht gestattet.

Was muss ich beim Wandern im Winter noch beachten?

Verpflegung-beim-Wandern-im-Winter

  • Planen Sie aufgrund der kürzeren Tage und kalten Temperaturen im Winter keine zu langen Wandertouren ein. 
  • Wenn es Richtung Frühling geht, dann brechen Sie gleich zu Tagesbeginn zu Ihrer Tour auf. Mit fortschreitendem Tag steigt die Gefahr von Nassschneelawinen. Außerdem kann das Wandern durch nassen Schnee sehr kräfteraubend sein.
  • Informieren Sie Verwandte, Freunde oder Ihre Unterkunft über die geplante Wanderung und geben Sie einen ungefähren Zeitraum der Rückkehr an.
  • Wenn Sie ausschließlich durch tiefen Schnee wandern, schnallen Sie am besten Schneeschuhe an und genießen eine außergewöhnliche Variante des Winterwanderns. Alles Wissenswerte über diese Sportart erfahren Sie im Blogbeitrag „Schneeschuhwandern – Ausrüstung, Technik und alles Wichtige zum beliebten Wintersport“.
  • Wählen Sie vor allem als Anfänger Wanderrouten, auf denen eine Hütte zur Einkehr liegt. Hier finden Sie eine Stärkung und können Ihre kalten Füße vom Wandern oder Schneeschuhwandern wieder aufwärmen.

Ein Muss beim Wandern im Winter: Gute Winterschuhe

Im Winter sind geeignete Wanderschuhe noch bedeutender als in den anderen Jahreszeiten. Denn nur, wenn sie für Wanderungen in der Winterlandschaft gemacht sind, können sie Erfrierungen und Verletzungen vorbeugen. Der Wanderschuh im Winter soll gegen Kälte und Nässe schützen und exzellenten Halt auf Schnee und Eis bieten. Definitiv fehl am Platz sind weiche Trekkingschuhe, die meist wasserdurchlässig sind und kaum über die Knöchel reichen. Aber auch weich gepolsterte Winterstiefel oder Moonboots sind für eine Wanderung durch den Schnee unangemessen. 

Achten Sie deshalb bei Winterwanderschuhen auf diese vier Merkmale:

  1. Material: Sowohl Synthetik als auch Leder eignen sich als Obermaterial bei Wanderschuhen. Erforderlich bei Winterwanderungen ist allerdings eine eingearbeitete wasserdichte Membran wie Gore-Tex oder Sympatex.
  2. Innenisolierung: Gute Winterwanderschuhe sind mit einem Thermo-Fußbett ausgestattet, das von unten keine Kälte durchlässt. Als Fütterung eignet sich vorrangig Schaf- oder Lammwolle, die selbst im nassen Zustand noch Wärme spendet. Aber auch Schuhe mit Kunstfaser-Futter sind eine gute Wahl, wenn Sie viel in Bewegung sind.
  3. Schafthöhe: Wanderschuhe für den Winter sollten mindestens über den Knöchel reichen.
  4. Sohlenprofil: Wichtig ist ein griffiges Profil für gute Trittsicherheit und Halt sowie eine hohe Sohlensteifigkeit für die optimale Bodenhaftung.

Zubehör für trockene Füße und einen sicheren Tritt:

  • Gamaschen: Der wasserdichteste Winterschuh zeigt keine Wirkung, wenn die Nässe von oben eindringt. Zusätzlichen Schutz im tiefen Schnee bieten Gamaschen.
  • Grödel: Grödel oder Halbsteigeisen sind eine abgespeckte Form von Steigeisen, die in jedem Rucksack Platz finden. Grödel besitzen vier oder sechs Zacken und werden in der Schuhmitte mittels eines langen Riemens umgeschnallt. Solange keine Hochtouren oder Gletschertouren geplant sind, reichen diese aus.

Tipp: Mittlerweile gibt es auch Winterschuhe mit integrierten Metallstiften auf Kunststoffbügeln, die sich bei Bedarf ausklappen lassen und bei leichten bis mittleren Winterwanderungen vor so manchem Sturz bewahren können. In unserem Onlineshop finden Sie beispielsweise auch geeignete Winterschuhe, die über integrierte Metallpartikel oder Glaspartikel in der Sohle verfügen und so einen hervorragenden Antirutsch-Effekt bieten.

Was kann ich im Winter beim Wandern anziehen? 

Die-richtige-Ausrustung-fur-das-Wandern-im-Winter

Wie sieht die geeignete Winterbekleidung aus? Dick und schwer? Klingt nach wohliger Wärme, dennoch ist diese Variante für das sportliche Wandern völlig unangemessen. Schnell kann Ihnen im dicken Wintermantel zu heiß werden oder Sie stören sich an der Last der schweren Wolljacke. Wie beim Wandern im Herbst zählt auch hier: Nach dem Zwiebelprinzip einkleiden und mehrere Schichten übereinander ziehen.

So könnte darum die ideale Bekleidung zum Winterwandern aussehen:

  • Lange und atmungsaktive Funktionswäsche
  • Langarm-Funktionsshirt, Fleecejacke oder Softshelljacke (bei sehr kalten Temperaturen können davon auch zwei Schichten übereinander gezogen werden)
  • Wasserdichte Outdoorjacke oder leichte Daunen- oder Primaloftjacke
  • Warme Softshellhose, Tourenskihose oder Skihose
  • Warme Wandersocken, am bestem mit einem hohen Anteil an Wolle
  • Mütze oder Sturmhaube
  • Schal oder Multifunktionstuch
  • Handschuhe
  • Gamaschen
  • Funktionskleidung zum Wechseln

Weitere Winterwandern-Ausrüstung:

  • Rucksack mit Regenhülle
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme und Kälteschutzcreme
  • Sitzauflage
  • Teleskopstöcke – im Winter unbedingt mit Tellern
  • GPS-Gerät oder Kompass und Karte
  • Stirnlampe
  • Erste-Hilfe-Set
  • bei Bedarf Grödel oder leichte Steigeisen
  • in lawinengefährdeten Gebieten: Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel)

Verpflegung: 

  • Trinkflasche oder Thermoskanne (= besser, um den Inhalt vor dem Gefrieren zu schützen) mit warmem Getränk, am besten Tee
  • kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Energieriegel, belegtes Brot oder Nüsse; keine Lebensmittel, die schnell gefrieren (Vorsicht bei Obst!)

 

Bildquellen:

©istock.com – Creative Family

©istock.com – Bondariev

©istock.com – Bondariev

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