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Waldpilze sammeln – Hinweise und Tipps

Sich sein Essen selber sammeln – diesem Gedanken kommt heute wieder eine enorme Bedeutung zu. Als Suppe, Beilage zum Wild oder im Risotto: Waldpilze verleihen den Speisen eine feine Note und schmecken so richtig nach Natur pur. Bis der Pilz auf dem Teller landet, gibt es jedoch einige wichtige Regeln zu beachten. Lesen Sie hier wertvolle Tipps und Hinweise zum Thema Waldpilze erkennen und sammeln.

Wann ist Pilzsaison?

Eifrige können sich schon im Frühjahr auf Pilzsuche begeben. Je nach Wetter – Pilze mögen es feucht-warm – sprießen schon im Mai erste Pilze aus dem Waldboden. Bei idealen Bedingungen sind es die Steinpilze und ab Juni Pfifferlinge und Parasole, die gesammelt werden können und sich bis in den Herbst hinein immer wieder zeigen.

Leidenschaftliche Pilzsammler kommen dann ab dem Spätsommer auf ihre Kosten. Bovist, Wiesenchampignons, Anischampignons oder Waldchampignons landen ab August im Sammelkorb. Maronen-Röhrlinge, Herbsttrompeten, Schopftintling, Hallimasch und Stockschwämmchen haben im September und Oktober Hochsaison. 

Waldpilze sammeln: Was müssen Anfänger beachten? 

Steinpilze-im-Wald

Da ein falsch bestimmter Pilz zum Richter über Leben und Tod werden kann, sollten sich Einsteiger bereits vor der Pilzsuche umfassend informieren. Mit diesen Tipps können Sie zum Pilzkenner werden:

  • Nur bekannte Arten aufnehmen:
    Sind Ihnen Pilzarten bereits bekannt und können Sie diese zu 100 % bestimmen, dann sollte sich Ihre Suche vorerst nur auf diese beschränken. Wagen Sie sich an einen neuen Pilz, dann informieren Sie sich bereits im Vorhinein umfassend über alle Merkmale und machen sich am besten gleich mit einem Pilzbuch, wie Der große Kosmos Pilzführer, auf den Weg.
  • Gemeinsam mit Pilzprofis losmarschieren:
    Bitten Sie Fachkundige, die die Pilze mit Sicherheit bestimmen können, Sie zur nächsten Suche mitzunehmen. In den meisten Bundesländern gibt es sogar Gebiete, in denen Neulinge gemeinsam mit Sachverständigen durch den Forst wandern und wertvolle Tipps zum Waldpilze sammeln und zum Verzehr von Speisepilzen erhalten.
  • Nicht sicher? Vor dem Verarbeiten absichern
    Der dicke weiße Stamm und die dunkelbraune Kappe machen Sie fast sicher: das muss ein Steinpilz sein. Dieses „fast“ kann jedoch fatale Auswirkungen haben, wenn es letztendlich doch keiner ist. Fragen Sie einen Pilzexperten oder wenden Sie sich an einen Pilzsachverständigen und präsentieren Sie Ihren Fund noch vor dem Waschen – Sie werden dann erfahren, ob Sie eine leckere Pilzspeise genießen können.

Wo finde ich die schmackhaften Waldbewohner und wie kann ich Waldpilze bestimmen?

Waldpilze bevorzugen Feuchtigkeit und Wärme und fühlen sich in der Nähe von Bäumen am wohlsten, da sie mit diesen in Symbiose leben. Eine gewisse Kenntnis der Pflanzenwelt ist dabei von großem Vorteil: Wer weiß, wie eine Birke aussieht, wird auch die Birkenpilze gleich an der richtigen Stelle suchen.

Ist Ihnen ein Pilz gut bekannt, werden Sie ihn bereits aus einiger Entfernung bestimmen können. Das ist aber nicht immer so, denn bei einigen Pilzarten müssen Sie auf fünf oder mehr markante Merkmale achten, um sie korrekt zu benennen.

Tipp: Haben Sie einen besonders ertragreichen Boden gefunden, an dem sich viele Ihrer Lieblingspilze tummeln, sollten Sie sich die Stelle gut merken oder sich gar die GPS-Koordinaten notieren: Pilze wachsen gerne immer wieder auf demselben Areal.

Waldpilze sammeln und genießen: Weitere Tipps, damit es gelingt 

Steinpilzrisotto-aus-selbst-gesammelten-Pilzen

  • Ganz junge Pilze lieber stehen lassen: Oft sind hier noch nicht alle Merkmale ausgereift, die eine eindeutige Bestimmung möglich machen.
  • Alte Pilze, die sich weich oder schwammig anfühlen oder sogar von Schimmel befallen sind: Der Verzehr solcher Pilze kann von Verdauungsbeschwerden bis hin zu einer Lebensmittelvergiftung führen.
  • Nicht bestimmte Pilze unbedingt separat aufbewahren: Legen Sie einen unbestimmten Pilz nicht zu den bereits gesammelten Speisepilzen. Entpuppt sich der Pilz nämlich als giftige oder ungenießbare Art, muss das ganze Sammelgut entsorgt werden.

Pilze sollten immer nur im gedünsteten Zustand verzehrt werden, roh sind viele Speisepilze sogar giftig. Damit die Speise zum kulinarischen Genuss wird, können Sie in Kochbüchern, wie beispielsweise „Wald & Wiesen Pilze – Das Kochbuch“, nach schmackhaften Rezepten suchen – und gleichzeitig viel über das Sammeln, Aufbewahren und Essen von Speisepilzen lernen.

Wie viele Waldpilze dürfen gesammelt werden und wo ist das Sammeln erlaubt?

Grundsätzlich wird das Waldpilze sammeln im Wald geduldet, sofern der Waldeigentümer kein ausdrückliches Sammelverbot ausspricht (z.B. durch Hinweistafeln). Nicht gesammelt werden sollte in eingezäunten Bereichen und in Naturschutzgebieten. In Deutschland gilt die Vorgabe, dass Pilze nur für den Eigenbedarf gesammelt werden dürfen. Alles, was darüber hinausgeht, kann abgestraft werden. Eine konkrete Gewichtsgrenze wie in Österreich – dort sind es 2 kg pro Tag und Person – gibt es aber nicht. Sammeln Sie Ihre Pilze im ausländischen Urlaubsgebiet, sollten Sie sich deshalb im Vorhinein genau über die dortigen Rechte erkundigen. Werden Pilze in großen Mengen gesammelt, die nicht mehr als Eigenbedarf bezeichnet werden können, können saftige Bußgelder drohen.

Waldpilze erkennen per App

Wer keine Bücher mit sich herumschleppen will, kann es mit einer App probieren. Gute Apps stellen dabei ein Lexikon zur Verfügung, mit dem sich mehrere Hundert Waldpilze bestimmen lassen. Wird der Pilzsammler nicht fündig oder ist unsicher, kann gleich eine ganze Community beim Mitbestimmen behilflich sein – von Hobbysammlern bis hin zu Pilzexperten. Bei Apps zur Pilzbestimmung sollten Sie jedoch immer Vorsicht walten lassen: Selbst wenn ein Exemplar richtig erkannt wird, stellt das keine Garantie dar, dass auch die anderen Pilze im Sammelkorb derselben Art angehören.

Damit Sie online ausreichend Informationen zur Verfügung stellen können, sollten Sie zahlreiche Bilder schießen:

  • Aufnahme des Pilzes am Standort
  • Bild des gesamten Fruchtkörpers (ohne abgeschnittene oder in der Erde befindliche Stellen)
  • Bild aus der Vogelperspektive (von oben)
  • Bild von der Seite
  • Aufnahme von der Unterseite des Hutes
  • Bild des gesamten Stiels (auch von der Basis)
  • Querschnitt des gesamten Pilzes

Beschreiben Sie außerdem, wo genau Sie den Pilz gefunden haben, wie groß er ist und wie er riecht. Auch die Beschaffenheit der Kappe und des Stiels, eine genaue Beschreibung der Lamellen und eine eventuelle Verfärbung beim Anfassen oder Aufschneiden sind wichtige Merkmale, die zur Bestimmung beitragen. Je mehr Details, desto eher gelingt es, die Waldpilze zu erkennen.

Achtung Verwechslungsgefahr: Seien Sie bei diesen Pilzen besonders vorsichtig

Während einige Pilzarten wie der Maronen-Röhrling sehr charakteristische Eigenschaften haben und eine Verwechslung beinahe ausgeschlossen ist, sollten Sie beim Sammeln der folgenden Arten besonders vorsichtig sein. Sie haben einen gefährlichen Doppelgänger, der sich als tödlicher Giftpilz offenbaren kann:

Waldpilze-bestimmen

  • Champignons: Hier lauert die Gefahr in Form des grünen Knollenblätterpilzes oder des kegelhütigen Knollenblätterpilzes. Diese sehen dem Champignon sehr ähnlich und zählen zu den giftigsten Pilzarten in unseren Breiten. Für immerhin 90 % der tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen ist der Knollenblätterpilz verantwortlich. Diese Champignonart wächst jedoch vorrangig auf Wiesen und das giftige Spiegelbild eher im Wald.
  • Perlpilz: Hier heißt es ebenso: nur verzehren, wenn Sie diesen zu 100 % bestimmen können. Denn der giftige Pantherpilz kann irrtümlich für den Perlpilz gehalten werden. Wird dieser in großen Mengen verzehrt, kann das tödlich enden.

Bei der kleinsten Unsicherheit: Den Pilz lieber stehen lassen und sich auf jene Pilzarten konzentrieren, die ohne Bedenken auf dem Speiseplan stehen dürfen. Eine vorherige Abklärung durch einen Pilzsachverständigen oder ein Fachbuch zu diesem Thema, wie beispielsweise das Buch „Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger“, können fatalen Fehlbestimmungen vorbeugen.

Ausrüstung zum Waldpilze sammeln

  • Schuhe: Führt Sie Ihre Pilzsuche über feuchtes, unwegsames Gelände, sollten es auf jeden Fall feste, am besten mindestens knöchelhohe Freizeitschuhe oder Wanderschuhe mit griffigem Profil sein, die kein Wasser durchlassen.
  • Kleidung: Auch hier gilt – je höher hinauf es geht und je schwieriger der Weg, desto sorgsamer sollten Sie die Kleidung wählen. Atmungsaktive Outdoorbekleidung, wie Sie diese auch zum Wandern anziehen, ist eine gute Wahl. Die Regenjacke gehört auf jeden Fall mit ins Gepäck – diese kann alternativ als Auflage zum Sitzen oder Knien verwendet werden.
  • Sammelkorb: Am besten werden die gesammelten Pilze in einem weitmaschigen Korb aufbewahrt. Werden die Pilze in einen Eimer oder eine Plastiktasche geschichtet, fehlt die notwendige Luftzufuhr und sie verderben schneller. Für Pilze, die sich vor Ort nicht mit Sicherheit bestimmen lassen, kann ein kleiner Behälter – selbst wenn er aus Plastik ist – dennoch eine gute Wahl sein. Der nicht bestimmte Pilz sollte nur nicht in Berührung mit den anderen Pilzen kommen.
  • Pilzmesser: Schneiden Sie den Pilz ganz nah am Boden ab, um den unterirdischen Pilzorganismus nicht zu beschädigen. Dafür reicht auch ein gewöhnliches Taschenmesser oder Klappmesser. Die meisten Pilzmesser besitzen allerdings ein integriertes Bürstchen, mit dem Sie den Pilz gleich von Schmutz und feuchten Baumnadeln befreien können. Nur wenn Sie einen Pilz nicht mit Sicherheit bestimmen können, sollten Sie ihn ganz herausdrehen und nichts davon wegschneiden.
  • Pilzbestimmungsbuch: Vor allem für Sammelanfänger ist ein Buch zur Bestimmung der Pilze eine unverzichtbare Ausrüstung zum Waldpilze sammeln.
  • Notizblock und Stift: Wenn Sie erst im Nachhinein einen Waldpilz bestimmen möchten, sollten Sie wichtige Merkmale zum Auffindungsort notieren. Alternativ können Sie die Notizen ins Mobiltelefon eintippen.
  • GPS-Gerät oder Kompass: Führt Sie die Pilzsuche tief in den Wald, können Sie sich mit einem GPS-Gerät oder Kompass besser orientieren.

Bildquellen:
©istock.com – EduardSV
©istock.com –  DrPAS
©istock.com – ALLEKO
©istock.com – Shaiith

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