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Ultraleicht-Trekking – schwerelos durch die Berge

Die Vorteile beim Ultraleicht-Trekking

Von Ultraleicht-Trekking spricht man, wenn das Basisgewicht des gepackten Rucksacks maximal 5 kg beträgt. Verbrauchsmaterial wie Proviant, Getränke und Brennstoffe kommen noch extra dazu. Das mag in den Ohren von Weitwanderern, die meist mit einem Gewicht von rund 15 kg und mehr unterwegs sind, zunächst wie ein Märchen klingen. Dabei hat es viele Vorteile, mit möglichst geringer Last auf den Schultern zu wandern: Je leichter der Trekkingrucksack, desto weniger werden Körper und Gelenke belastet. Und wer sich nicht mit schmerzenden Schultern und lädierten Knien plagen muss, der kann das Wandern in der freien Natur erst so richtig genießen. 

Wiegt der Rucksack plötzlich weniger, setzt sich auch die positive Gewichtsspirale in Gang:

  • Mit weniger Gewicht werden Sie schneller und sparen Kraft.
  • Wenn Sie schneller am Ziel sind, benötigen Sie weniger Nahrung und Flüssigkeit.
  • Das wiederum bedeutet, dass Sie weiteres Gewicht einsparen.

Ein weiterer Vorteil mit leichter Trekking-Ausrüstung zu wandern: Hängt keine schwere Last an Ihrem Körper, ist es viel einfacher, schwierige Teilstrecken trittsicher zu bewältigen.

Dennoch gilt immer: Eine Trekkingtour, die in hochalpines Gelände führt, erfordert eine gewisse Ausrüstung (z.B. Steigeisen, feste Wanderstiefel, Kletterausrüstung). In diesem Fall steht die Sicherheit vor einem ultraleichten Rucksack.

Gewissenhafte Planung für einen schlanken Rucksack beim Ultraleicht-Trekking

Gute Vorbereitung ist alles: Bevor Sie mit dem Packen beginnen, sollten Sie die Tour gut planen. Damit Sie mit möglichst wenig Gepäck wandern können, informieren Sie sich über die Trinkwasserversorgung (Bergquellen, Trinkbrunnen), geöffnete Lebensmittelgeschäfte und Almhütten sowie Unterstände und Schutzhütten für den Notfall. Behalten Sie auch den Wetterbericht im Blick: Sind warme Temperaturen vorhergesagt, kann die zweilagige Softshelljacke die bessere Alternative zur schweren Hardshelljacke sein. Jedoch sollten Sie immer bedenken, dass das Wetter vor allem in den Bergen schnell umschlagen kann.

Wie packe ich meinen Rucksack nun am besten? Legen Sie alles bereit, was Sie gerne zu Ihrer Tour mitnehmen möchten. Bevor Sie es im Gepäck verstauen, wägen Sie genau ab, ob dieses Teil wirklich mit muss. Zu viel Kleidung (kann auch gewaschen werden), Bücher oder Packbeutel bedeuten überflüssiges Gewicht. Damit Sie klar vor Augen haben, wo es sich wirklich zu sparen lohnt, können Sie einzelne Ausrüstung auch ganz einfach auf der Küchenwaage abwiegen und so ermitteln, was genau das Gewicht in die Höhe treibt. Überlegen Sie nach der Tour auch, worauf Sie problemlos hätten verzichten können. So beginnen Sie die nächste Trekkingtour gleich mit einem leichteren Rucksack.

Ultraleicht-Trekking: Diese großen Drei müssen unbedingt abspecken

Bei Trekkingtouren mit Übernachtung unter freiem Himmel zählen Zelt, Schlafsack mit Isomatte und der Rucksack selbst zu den schwersten Ausrüstungsgegenständen. Schaffen Sie es, das Gesamtgewicht dieser Ausrüstung auf maximal 3 kg zu reduzieren, dann nähern Sie sich dem Ziel des Ultraleichtwanderns in großen Schritten. Beachten Sie dabei folgende Tipps zur Gewichtsreduktion:

Berguebernachtung im Zelt

Rucksack:
Die gute Nachricht: Benötigen Sie weniger Ausrüstung, brauchen Sie auch keinen schweren 40-Liter-Rucksack mehr. Dann lieber auf einen Ultraleichtrucksack ohne Tragegestell umsteigen. Diese sind bereits ab einem Gewicht von 500 – 700 g erhältlich. Ist der Trekkingrucksack erst einmal kleiner, kommen Sie auch nicht in Versuchung, zu viel einzupacken.

Schlafsack und Schlafunterlage:
Ein Daunenschlafsack hält kuschelig warm und ist die leichte Variante zum Schlafsack aus Kunstfasern. Für das Ultraleicht-Trekking bietet sich ebenso ein Quilt an. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Steppdecke mit Fußteil. Gehört die Daunenjacke ohnehin zur Ausrüstung, können Sie diese auch beim Schlafen tragen und Sie müssen nur einen kurzen Quilt einpacken. Um Gewicht zu sparen, darf auch die Isomatte etwas kürzer sein: Betten Sie Ihren Kopf einfach auf Ihre Wechselkleidung und Sie sparen schon wieder wertvolle Gramm. Als Schlafunterlage eignen sich Schaumstoffmatten, eine noch leichtere Alternative könnte die Luftmatte sein.

Zelt: 
Auch bei den Zelten gibt es Ultraleicht-Modelle. Wägen Sie im Vorfeld ab, welche Fläche und Höhe wirklich erforderlich ist und entscheiden Sie sich für eine möglichst kleine Größe. Wer sich mit noch weniger Packgewicht auf den Weg machen will, sollte sich im Aufbauen eines Tarps üben. Ein Tarptent wird über dem Schlafplatz am besten zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt und im Boden verankert. Aber auch Trekkingstöcke oder Äste können als Aufstellstangen benutzt werden. Kündigen sich allerdings sehr nasse Bedingungen an, sollte die Isomatte von unten her noch mit einer wasserdichten Plane vor Schmutz und Feuchtigkeit bewahrt werden.

Streifen Sie die Last von den Schultern - einfache Tricks für einen ultraleichten Rucksack

Ihr Rucksack ist immer noch zu schwer zum Ultraleicht-Trekking? Dann verpassen Sie ihm noch eine weitere Schlankheitskur:

ultraleichte Trekking Ausrustung

  • Ob Zahnpasta, Sonnenschutz oder Insektenmittel: Berechnen Sie in etwa, wie viel Sie für Ihre Trekkingtour benötigen und packen Sie die Kleinmengen dann in leichte Tuben ab oder besorgen Sie Probierpackungen. Sehr praktisch sind Dent Tabs: Sie ähneln kleinen Tabletten, die sich im Mund auflösen und zur Zahnpasta werden.
  • Sofern Sie nicht in hochalpinem Gelände unterwegs sind, können Sie von schweren Bergstiefeln auch auf leichtere Trekkingschuhe umsteigen. Auch Trekking-Sandalen sind eine echte Alternative, wenn Sie in flachen Gebieten auf befestigten Wegen wandern. Diese sitzen leicht am Fuß, sorgen für eine gute Luftzirkulation und schützen durch den geschlossenen Zehen- und Fersenbereich dennoch vor spitzen Steinen und Stößen.
  • Frische Lebensmittel sollten Sie besser vor und nach der Tour genießen. Am meisten Gewicht sparen Sie, wenn Sie dehydrierte Trekkingnahrung in den Rucksack packen. Ein leichtes Trekking-Kochset und wenig Wasser genügen, damit Sie warme Mahlzeiten genießen können. Für Trekkingtouren reicht es, aus dem Topf zu essen und zu trinken, in dem auch gekocht wird. 
  • Für Zwischendurch eignen sich Energieriegel oder Trockenobst als Energieschub. Beutel als Verpackung sind in diesem Fall weniger sperrig und leichter als Boxen.
  • Eine Outdoorseife ist Duschgel, Shampoo und Spülmittel in einem, Mikrofaser-Handtücher sind leicht und platzsparend.
  • Anstatt gesamten Wanderführer, nur relevante Seiten kopieren oder mit dem Handy abfotografieren – mit diesem haben Sie auch Kamera, Navi und elektronische Tickets immer dabei.
  • Keine Baumwollkleidung mitschleppen, diese trocknet schlecht und ist schwer. Funktionswäsche ist hingegen atmungsaktiv und viel leichter, Shirts aus Merinowolle sind geruchshemmend. Kleidung zusätzlich in einen platzsparenden Kompressionssack packen.
  • Keine dicken Jacken, dafür mehr dünnere Schichten im Zwiebelprinzip tragen.
  • Ein Schlauchtuch kann als Schal oder Mütze dienen.

Zusammenfassung Packliste Ultraleicht-Trekking:

Hier finden Sie eine Auflistung, wie sich das Gepäck für die Ultraleicht-Wanderung zusammensetzen könnte (ohne Proviant, Wasser und Brennstoff):

Am Körper:

  • Funktionswäsche (je nach Temperatur)
  • Langarmshirt oder Kurzarmshirt
  • Outdoorhose lang mit Zip-Funktion oder kurze Hose darunter
  • Socken
  • Fleecejacke oder Softshelljacke
  • Trekkingschuhe
  • evtl. Trekkingstöcke

Im Rucksack:

Kleidung aus Funktionsmaterialien und/oder Merinowolle:

  • Funktionswäsche
  • Langarmshirt oder Kurzarmshirt
  • Socken
  • Regenjacke
  • evtl. Regenhose
  • Multifunktionstuch

Rucksack und Schlafplatz:

Ausruestung fuer Ultraleicht-Trekking

  • Ultraleichter Rucksack, am besten ohne Tragesystem
  • Ultraleichtes Zelt oder Tarp (Zeltplane)
  • Heringe ultraleicht
  • Daunenschlafsack oder Quilt
  • Schaumstoff- oder Luftmatte (leichte Luftmatratze)

Kochen und Essen:

  • Gaskocher
  • Topf/Tasse
  • Spork (Gabel und Löffel in einem)
  • Taschenmesser
  • Feuerzeug

Hygiene:

  • Microfaser-Handtuch klein
  • Zahnbürste
  • Zahnpaste in kleiner Tube/Dent Tabs
  • Sonnencreme in kleiner Tube
  • evtl. Lippenschutz
  • evtl. Outdoorseife
  • Toilettenpapier und/oder Taschentücher

Technik:

  • Smartphone (kann GPS, Fotokamera und Wanderkarte ersetzen)
  • evtl. USB-Ladegerät
  • evtl. Powerbank
  • kleine LED-Taschenlampe

Sonstiges:

  • Erste-Hilfe-Set
  • Bargeld
  • Sonnenbrille

Eine praktische Checkliste-Wanderurlaub finden Sie hier als PDF zum Ausdrucken und Abhaken.

Bildquellen:
© istock.com – bodu9
© istock.com – artisteer
© istock.com – cdbrphotography
© istock.com – upixa

 

 

 

 

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