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Terra Preta für den Garten

Im Garten möchten Sie eine optimale Wasser- und Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen garantieren. Statt teurem Mineraldünger sollen gesunde Pflanzen und hohe Erträge durch Dauerhumus wachsen. Anstrengende Bodenbearbeitung und zeitraubende Gartenbewässerung sollen der Vergangenheit angehören. Die Wiederentdeckung einer uralten „Wundererde“ mit dem Namen Terra Preta macht’s möglich. Im folgenden Beitrag verraten wir Ihnen was Terra Preta ist, was Sie bei der Anwendung beachten sollten und wie Sie diese selbst herstellen können.

Terra Preta – Herkunft und Besonderheit

Der Begriff Terra Preta kommt aus dem Portugiesischen und bedeutet übersetzt „schwarze Erde“. Der vollständige Name dieser Wundererde ist eigentlich „Terra Preta de Indio“ (schwarze Erde der Indios). Sie stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und wurde von den Konquistadoren im 16. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Die Indios machten sich natürliche Zusammenhänge des Nährstoffkreislaufs zunutze, um die kargen und ausgewaschenen Böden der Tropen landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

Im Vergleich zu normalen Garten- und Ackerböden wartet Terra Preta teils mit den fünffachen Anteilen an organischem Kohlenstoff (Humus), Phosphor- und Stickstoffgehalten auf – ein großes Potenzial für aktives Bodenleben von Bakterien, Pilzen und Regenwürmern. Diese Lebensgemeinschaften wiederum sorgen dafür, dass neues organisches Material schneller mineralisiert, in tiefere Bodenschichten eingearbeitet wird und somit jederzeit pflanzenverfügbar ist.

Die Zusammensetzung der „Wundererde“

Die schwarze Erde besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:

  1. Holzkohle / Biokohle als Bindemittel
  2. effektive Mikroorganismen (EM) sorgen für eine Fermentation
  3. nährstoffreiche Abfälle als Nahrungsgrundlage

Die Holzkohle / Biokohle

terra-preta-regenwuermerBei der Herstellung oder Gewinnung von Terra Preta stellt die Kohle das wichtigste Element dar - und das nicht nur für dessen kennzeichnende Farbe.

Die Bio- oder Pflanzenkohle enthält hohe Mengen organischen Kohlenstoff, ist dadurch schwer biologisch oder chemisch abbaubar und bleibt im Boden sehr lange erhalten. Gleichzeitig weist die Kohle eine spezifische, große Oberfläche auf und ist somit in der Lage Wasser und Nährstoffe zu binden. Damit stehen sie den Pflanzen jederzeit, quasi „auf Abruf“, zur Verfügung.

Durch ihre poröse Struktur biete die Kohle nebenbei den Bodenlebewesen, allen voran den wichtigen effektiven Mikroorganismen, eine Art Rückzugsgebiet. In der Kohle können diese zum Beispiel längere Trockenperioden überdauern und bei einer günstigen Gelegenheit unverzüglich mit der Wiederbesiedlung des Bodens beginnen.

Die effektiven Mikroorganismen

Wahrscheinlich fragen Sie sich, was effektive Mikroorganismen auszeichnet, denn eigentlich gibt es keine ineffektiven Mikroorganismen. Alle haben eine bestimmte Aufgabe und arbeiten für sich genommen ausgesprochen effektiv. Für die Herstellung von Terra Preta sind aber vor allem milchsäurebildende Bakterien der Schlüssel zum Erfolg. Durch die Abwesenheit von Sauerstoff wird die milchsaure Fermentation der effektiven Mikroorganismen angeregt. Diese bewirkt eine rasche Mineralisation der organischen Substanz und stabilisiert die Nährstoffe.

Dadurch sind diese vor einer Auswaschung durch Regenwasser geschützt und können langfristig im Boden gespeichert werden. Die Mischung aus Kohle und Nährstoffen wird später zum Beispiel durch Regenwürmer in tiefere Bodenschichten verlagert und steht somit über den gesamten Wurzelhorizont als Nährboden zur Verfügung.

Die Nahrungsgrundlage

Letztendlich müssen die effektiven Mikroorganismen natürlich auch Nahrung erhalten, die mineralisiert und fermentiert werden kann. Hierfür eignen sich alle Zutaten, die üblicherweise auf dem Kompost landen:

  • Küchenabfälle
  • Gartenabfälle oder
  • Tier-Dung

Terra Preta Erde in der Anwendung

Der Handel hält bereits ein breites Angebot fertiger Substrate für seine Kunden vor. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um „echte“ Terra Preta, sondern nur um Erden, die den gleichen Effekt haben sollen. Terra Preta bezeichnet eigentlich eine Bodenart und deren Abbau, Export und Verkauf ist streng verboten.

Die Anwendung des Produktes ist aber denkbar einfach. Bringen Sie die Erde einfach großzügig (mindestens 5 cm) auf Ihren Beeten aus. Anschließend mit der Kompostgabel oder dem Spaten leicht einarbeiten. Die Regenwürmer erledigen dann die Feinarbeit für Sie.

Doch Vorsicht: Auch Terra Preta ist kein Allheilmittel für all Ihre Gartenkulturen. Viele pflanzenkohlehaltigen Substrate neigen zu erhöhten Salzgehalten und hohen pH-Werten. Besonders Kräuter, Erbsen und Bohnen kommen mit diesen Bedingungen nur schwer zurecht.

Die Wundererde selber machen

terra-preta-kompostDie eigene Herstellung von Terra Preta ist schon etwas kniffliger als die Anwendung. Je nach Mengenbedarf gibt es zwei Möglichkeiten.

Kleine Mengen lassen sich am besten in luftdichten Eimern herstellen. Sammeln Sie hierzu einfach Küchen- und Gartenabfälle, vermengen diese mit circa 10-15 % zerriebener Holzkohle und Gesteinsmehl und geben die effektiven Mikroorganismen hinzu. Komplettmischungen aus effektiven Mikroorganismen, Kohle und Gesteinsmehl gibt es schon fertig im Fachhandel. Verdichten Sie das Gemisch und verschließen Sie den Deckel sorgfältig. Achten Sie darauf, die Sickersäfte regelmäßig abzugießen.

Nach zwei bis drei Wochen Gärzeit (z. B. im Heizungskeller) ist der Ansatz fertig für den Einsatz im Freien. Verteilen Sie diesen wieder auf Ihren Beeten. Nach etwa einem halben Jahr ist Ihre persönliche „Terra Preta“ fertig und für die Bepflanzung bereit.

Für größere Mengen hingegen eignet sich ein normaler Komposthaufen. Wichtig ist auch hier wieder die Zugabe von Bio- oder Pflanzenkohle und den effektiven Mikroorganismen. Für die anaerobe Milchsäuregärung verdichten Sie Ihren Kompost regelmäßig und halten diesen immer schön feucht.

Hier sollten Sie mindestens ein halbes Jahr warten bevor Sie den Ansatz auf Ihren Beeten ausbringen. Ab hier übernehmen wieder die Regenwürmer und Sie erhalten einen nährstoffreichen Dauerhumus, der sich 3 bis 5 Jahre im Boden hält.

Bildquellen:
© istock.com – ipopb
© istock.com – Zummolo
© istock.com – terra2

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