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Verhalten bei Gewitter im Wald und auf dem Ansitz

Während der Blattzeit im Juli und August spielen nicht nur die Rehböcke verrückt, sondern auch oft das Wetter. Sie gehen bei bestem Wetter auf den Ansitz und aus heiterem Himmel ziehen dunkle Gewitterwolken auf und Blitz und Donner toben los. Was ist zu tun, wenn ein Gewitter Sie auf der Jagd überrascht? Wie Sie sich und Ihre Jagdausrüstung in Sicherheit bringen verraten wir Ihnen im folgenden Blogbeitrag. 

Jagd bei Gewitter – wie handeln?

Die folgenden Verhaltensregeln minimieren das Risiko, bei Gewitter auf der Jagd von einem Blitz getroffen zu werden: Ein Blitzschlag kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Selbst wenn Sie nicht direkt vom Blitz getroffen werden, auch in einem Umkreis von 30 Metern sind Sie noch in tödlicher Gefahr. Bei einem Blitzeinschlag breitet sich das elektrisch geladene Feld kreisförmig um die Einschlagstelle aus und kann lebensgefährlich verletzen oder töten.

Der sicherste Weg ein Sommergewitter unbeschadet zu überstehen, ist sofort abzubaumen, sich ins Auto zu setzen und vorsichtig nach Hause zu fahren. Autos schützen als Faradayscher Käfig, der die Blitze nach außen ableitet, sicher vor Blitzschlägen. Allerdings müssen alle Autofenster geschlossen sein.

Wie nah ist das Gewitter?

Ein Gewitter ist erst dann gefährlich, wenn es unmittelbar in der Nähe ist. Anhand des Abstands zwischen Blitz und Donner kann flash-845848_300x300errechnet werden, wie nah das Gewitter tatsächlich ist. Der Schall breitet sich langsamer in der Luft aus, deshalb hören Sie den Donner erst nach dem Blitz. Beträgt der Abstand zwischen Blitz und Donner drei Sekunden oder weniger, ist das Gewitter fast über Ihnen. Hören Sie den Donner direkt nach dem Blitz, ist das Gewitter über Ihnen. Dies kann akute Lebensgefahr bedeuten.

Verhalten bei Gewitter im Wald 

Ist das Gewitter bereits über Ihnen, sollten Sie sich von Ihrer Waffe, Pirschstock, Regenschirm und allem, was aus Metall ist und Blitze anzieht, trennen.  Suchen Sie einen möglichst trockenen und sicheren Platz für die Waffe und halten dann ausreichend Abstand, mindestens 10 Meter.

Weisheiten wie "suche die Buche und weiche der Eiche" sind Blödsinn. Stellen Sie sich niemals unter den Hochsitz oder einen hohen Baum. Meiden Sie auch Waldränder. Aufzeichnungen zeigen, dass dort gern Blitze einschlagen. Wenn Sie keine Möglichkeit, haben den Wald, sicher zu verlassen, suchen Sie sich eine Mulde oder eine Gruppe junger Bäume. Diese sollten im losen Verband stehen und nicht aus der Umgebung herausragen. Nehmen Sie 10 Meter Sicherheitsabstand zu dem nächsten Baum. Meiden Sie auch Hügel, Masten, Türme und alles, was hoch herausragt.

Machen Sie sich ganz klein und gehen Sie in die Hocke. Die Füße eng beieinander und die Hände nicht auf den Boden, sondern schützend um die Knie oder den Kopf legen. So bieten Sie dem Blitz die kleinste Angriffsfläche. Niemals flach auf den Boden legen, das vergrößert die Auftrittsfläche. Je kleiner Sie sich machen, desto schneller schießt der Blitz durch Ihren Körper und das wiederum steigert Ihre Überlebenschance immens. Zu anderen Personen oder Tieren möglichst einen Mindestabstand von 3 Metern halten. Wenn Sie sich bei Gewitter fortbewegen müssen, dann lieber mit geschlossenen Füßen hüpfen, als zu laufen.

Jagd bei Gewitter im freien Feld

Haben Sie keine Möglichkeit, vor dem Gewitter die freie Fläche zu verlassen, gelten die oben genannten Regeln. Nehmen Sie an einem möglichst tiefen Punkt, einer Senke oder Mulde, die beschriebene Schutzhaltung ein. Legen Sie die Waffe weg und suchen keinesfalls unter Strommasten, Antennen oder Überlandleitungen Schutz. Der Mindestabstand beträgt hier 50 Meter. Warten Sie bis das sky-3171382_300x300Unwetter und Gewitter vorbei ist. Da Gewitter oft kreisen und wiederkehren, sollten Sie Ihre Jagd- und Outdoor-Aktivität auf einen anderen Tag verlegen und nach Hause gehen. 

Hilfe für den Notfall auf der Jagd

„Hilfe im Wald“ ist eine Rettungs-App, die dazu dient, im Notfall den nächstgelegenen Rettungspunkt im Wald zu finden. So kann den Rettungskräften schnell und präzise eine Ortsangabe für einen Treffpunkt übermittelt werden. Rettungspunkte sind festgelegte, durch Schilder gekennzeichnete Positionen, deren Koordinaten den Einsatzleitzentralen von Feuerwehr und Rettungsdienst bekannt sind.

Dank der Kooperation mit Grube, Fjällräven und „Die Waldeigentümer“ (AGDW) sind Download, Installation und Benutzung der App „Hilfe im Wald“ kostenlos.

Wie funktioniert die App „Hilfe im Wald“?

Für die ordnungsgemäße Funktion der App Hilfe im Wald ist lediglich eine GPS-Ortung notwendig. Anhand der empfangenen Daten zeigt die App die aktuelle Position mittels Koordinaten an. Grafisch wird die Position in Bezug auf die Rettungspunkte in der Umgebung sowie deren Bezeichnung und Entfernung angezeigt.

Ein permanenter Internetzugang ist keine Voraussetzung für die Handy-App „Hilfe im Wald“. Ist Netzabdeckung (GSM) gegeben, ist Zugriff auf eine topografische Karte, ein Luftbild und der Anruf bei Rettungskräften über die App möglich.

 Bildquellen: ©Pixabay.com – Skeeze, ©Pixabay.com – SturmjaegerTobi, ©Pixabay.com – Comfreak

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