Die Wertästung – eine lohnenswerte Arbeit

Ein ganzer Waldbestand voller gesunder, vor Kraft strotzender Bäume – die Wertästung (auch Wertastung oder Aufastung genannt) macht es möglich. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts durchgeführt, mauserte sich diese Art der Astreinigung zur gängigen Praxis innerhalb der Forstwirtschaft bei der Förderung von Wertholz.

So geht Wertästung

Bei der Wertästung werden gezielt vitale Bäume in jungen Jahren ausgewählt, deren Äste man bis zu einer bestimmten Höhe entfernt. Eine Astung wird bereits bei einem Brusthöhendurchmesser von 10–12 cm vorgenommen, der sogenannten Bierkrugstärke. Ziel dabei ist, die Holzqualität zu erhöhen, indem 2/3 der Stammrolle astfrei werden und dadurch Schnittholzanteile von mindestens 50 Prozent entstehen. Die grüne Krone wird hierbei am Baum belassen, sie soll mindestens 40 Prozent der Gesamtbaumlänge betragen.

Generell können alle Baumarten geästet werden. Wichtig ist nur, dass sie eine hohe Qualität und ein starkes Wachstum mitbringen.

Z für Zukunft

Wertästungen sind sehr aufwendig – sie lohnen sich daher nur bei sogenannten „Zukunftsbäumen“, abgekürzt Z-Bäumen. Wie der Name bereits deutlich macht, sind das die Bäume, die eine vielversprechende Aussicht haben und den Hauptbestand bilden sollen. Z-Bäume haben aufgrund ihrer hohen Qualität und des zu erwartenden großen Baumstamm-Durchmessers das Potential für dieB_Z-Baum_300x300 größte Ernteergiebigkeit. Das Verhältnis von astfreiem Mantel zum astigen Kern sollte bei mindestens 2 zu 1 liegen. Diese Bäume werden deshalb von klein auf systematisch gefördert. Andere Bäume, die erhöhte Risiken wie z. B. Krankheiten, Fäule oder Sturmschäden mit sich bringen (könnten), werden hingegen nicht geästet.

Bei der Wertästung wird zwischen zwei Arten unterschieden

 

Die Trockenastung

Das knackt und kracht: Bei der Trockenastung werden ausschließlich bereits abgestorbene Äste abgesägt. Das ist für den Baum risikofrei.

Die Grünastung

Diese Ästungsmethode wird vor allem bei bereits erwachsenen Bäumen angewandt. Es ist die größere und auch riskantere Arbeit: Hier werden lebende, grüne Äste entfernt. In die Schnittwunden können unter Umständen Pilze eindringen und in der Folge die Holzqualität mindern. Damit der Baum eine natürliche Abwehr dagegen aufbauen kann, wird die Ästung, soweit möglich, in der Saftzeit durchgeführt. Zusätzlich kann auf Baumharz zurückgegriffen werden, welches man auf die Wunden aufträgt. Beachtet man all das, ist die Grünastung die Variante, die sich besonders lohnen kann.

Wann und wie viel Ästung?

Da Trockenastungen für die Bäume grundsätzlich ungefährlich sind, können sie das ganze Jahr über durchgeführt werden. Bei der Grünastung variiert der optimale Zeitpunkt hingegen von Baumart zu Baumart. Beispielsweise wird bei Bäumen, die eher zum Bluten neigen (z. B. Ahorn), bevorzugt zwischen Juni und August geästet, in denen sie eine günstigere Wundreaktion haben.

Je nach Baumart werden grob zwischen 60 (z. B. Nussbaum) und 250 (z. B. Fichte) Bäume je Hektar Wald geästet. Empfehlungen und Richtlinien werden durch die jeweilige Landesforstverwaltung herausgegeben und können sich je nach Region und Bundesland unterscheiden.

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Akkurate Wertästung mit dem richtigen Werkzeug

Eine Ästung kann man entweder manuell, z. B. mit einer Handsäge, oder maschinell mittels einer Klettersäge durchführen. Je nach Baum und dessen Höhe werden unterschiedliche Schnitttechniken angewandt. Im Regelfall entfernt man alle Äste bis zu einer Höhe von sechs Metern. Bei speziellen Baumarten, wie z. B. Fichten und Lärchen, geht es aber sogar noch weiter nach oben: Bei bis zu 12 Metern Höhe wird eine Hochastung vorgenommen.

Egal, welche Herangehensweise erforderlich ist: Es muss in jedem Fall mit Sorgfalt vonstattengehen. Das heißt, es sollen alle Äste komplett entfernt werden – ohne Stummeln und mitsamt der Feinäste. Und natürlich ganz selbstverständlich: Niemand darf verletzt werden, auch nicht der Baumstamm.

Nimmt man sich diese Ratschläge zu Herzen, steht einem gesunden, kräftigen Waldbestand mit hoher Holzqualität nichts im Wege. Neugierig geworden? Wir beraten Sie gerne und beantworten Ihnen alle Fragen rund um die Wertästung.

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