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Corona - wie verhalten sich Jäger richtig?

Corona Jagd-Leitfaden

Die Auswirkungen des Corona Virus (Covid-19) treffen die gesamte Bevölkerung und schränkt sie massiv ein. Im Zuge der Eindämmung werden wir angehalten und aufgefordert, unser öffentliches und soziales Leben weitestgehend runterzufahren und zu pausieren um die Pandemie zu verlangsamen. „Bleib zu Hause und rette Leben“ heißt es so schön.

Gerade als Jäger steht man hier aber schnell im Zwiespalt:

Wie geht der Jäger all seinen jagdlichen Aufgaben inklusive Hege- und Pflege-Maßnahmen nach und verhält sich dabei verantwortungsvoll seinen Mitmenschen gegenüber?

Der Deutsche Jagdverband warnt vor einer Einstellung der Jagd im Zuge der Corona-Krise.

Es soll nicht nur der Corona-Virus eingedämmt werden, sondern auch die Afrikanische Schweinepest, deren Ausbreitungsrisiko in Deutschland über die Grenzen Westpolens und Belgiens laut des Friedrich-Löffler-Instituts sehr hoch wäre. Das ginge nur mit einer aktiven und kontinuierlichen Schwarzwildbejagung.

Auch Ernteausfälle könnten wir den Landwirten zu dieser Zeit nicht noch zusätzlich zumuten. Eine Bestandsregulierung wäre auch in diesem Falle sehr wichtig.

Zusätzlich spiele der Jäger im Bereich Straßenverkehr eine wichtige Rolle, denn immerhin passiere alle zweieinhalb Minuten in Deutschland ein Verkehrsunfall, der die Nachsuche mit Hunden aus Tierschutzgründen erforderlich mache.

Zu alldem hätten Jäger aber auch die gesetzliche Verpflichtung, sich weiterhin um einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu kümmern.

Das wirft bei vielen Jägern nun Fragen zum richtigen Umgang in Zeiten des Covid-19 auf.

Aus diesem Grund haben wir für Jäger einen kleinen Corona-Leitfaden erstellt:

Prinzipiell sind der Wald, das Feld und die Wiese keine öffentlichen Orte und somit sind das Aufsuchen des Reviers und die Ausübung der Jagd ohne schlechtes Gewissen möglich.

  1. Das Prinzip des „Social Distancing“ ist sinnvoll (lt. Robert Koch Institut ) und sollte auch bei der Jagdausübung eingehalten werden. Wir bitten die Jäger deshalb auf Sammelansitze, Gesellschaftsjagden, Mitnehmen von Jagdgästen und gemeinsamen Revierfahrten (ausgenommen im selben Haushalt lebenden Personen) in dieser turbulenten Zeit zu verzichten. Auch Bläsergruppen, Stammtische und Versammlungen sollten in dieser Zeit gemieden werden.
  2. Das Robert Koch-Institut setzt weiterhin auf extreme Einhaltung von Hygiene-Maßnahmen. Wir empfehlen deshalb das Tragen von Einweghandschuhen oder das Händewaschen und -desinfizieren vor und nach Betreten jagdlicher Einrichtungen. In diesem Zuge empfehlen wir auch das Waschen und Desinfizieren der Hände bevor Gegenstände wie z.B. Fernglas, Waffe und Messer angefasst werden.
  3. Gemeinschaftliche Räumlichkeiten, wie geteilte Jagdhütten, sollten in dieser Zeit nicht aufgesucht werden.

Auch die Direktvermarktung von Wildbret bleibt weiterhin möglich. Hierzu gibt es aber von der Landwirtschaftskammer folgende Tipps und Hinweise 

  1. Bringen Sie einen Hinweis an, der Ihre Kunden an Abstand zu Mitmenschen und Einhaltung guter Händehygiene erinnert.
  2. Falls möglich, stellen Sie selber Desinfektionsmittel und Seife zur Verfügung.
  3. Verkaufstresen und Türklinken der Räumlichkeiten sind gründlicher und öfter (im besten Fall nach jedem Kunden) zu reinigen und zu desinfizieren.

Sie können Ihrer Arbeit, Ihrem Studium, Ihrer Schule in dieser Zeit nicht nachgehen und haben nun viel Zeit, die Sie gerne sinnvoll nutzen würden?

  1. Kontaktieren Sie die Landwirte Ihres Reviers und fragen, wann die Wiesen gemäht werden. So können Sie rechtzeitig vor der Mahd die Wiesen mit Ihrem Hund nach Kitzen absuchen.
  2. Gehen Sie bei Ihren Hundespaziergängen in die Natur und sammeln Sie doch einfach mal Müll auf. #jägergegenmüll
  3. Da aufgrund der Corona-Krise der Ausfall der Erntehelfer aus Osteuropa zu erwarten ist, suchen viele Landwirte händeringend nach hiesigen Erntehelfern. Melden Sie sich doch einfach telefonisch bei einem Landwirt aus der Nachbarschaft und fragen nach, wie Sie ihn unterstützen können.

Wir hoffen mit diesem Leitfaden ein paar Ihrer Fragen zum momentanen Umgang mit der Jagdausübung sowie Ihrer Zeit im Revier beantwortet zu haben.

Ihr Grube-Team

 
 

****Update*****

 

Offizielle Nachrichten aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen

Landesjagdverband Baden-Württemberg:

  • Die Jagd in Form der Einzeljagd wäre weiterhin zulässig.
  • Zulässig wären auch die Beschickung von Salzlecken und Kirrungen, das Anlegen von Blühflächen und Wildäckern, die Wahrnehmung von Wildschutzaufgaben, Revierarbeiten wie Hochsitzreparatur, Freischneiden von Schneisen u.a., die Ausbildung von Hunden, das An-und Einschießen von Jagdwaffen, Bergen von schwerem Wild, Wildschadensprävention, Wildschadensbehebung im Grünland und Nachsuchen, soweit die unter 3. ober genannte Vorschrift eingehalten wird.
  • Die Anlieferung von Wild an Metzgereien wäre ebenso möglich wie die Direktvermarktung (Abstandsregelung beachten!).
  • Bei der Begutachtung von Wildschäden durch einen Schätzer dürften Landwirt und Jäger nicht gleichzeitig anwesend sein. Entweder verständigten sich die Parteien auf eine Beteiligung am Ortstermin oder der Schätzer würde den Schaden jeweils getrennt mit Landwirt und Jäger begutachten.

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayern:

  • Das Verlassen der Wohnung wäre nur aus triftigen Gründen gestattet.
  • Zu den triftigen Gründen würden u.a. „Sport und Bewegung an der frischen Luft, allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung zählen“.
  • Jagen – allein oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt – wäre damit möglich, gemeinschaftliches Jagen mit weiteren Personen (z. B. Bewegungsjagden oder Sammelansitze) wäre demnach nicht zulässig. Jeder Jäger müsste dafür Sorge tragen, dass jagdliche Handlungen insbesondere nach dem „Schuss“ (bspw. Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung, Trichinenprobe, Radiocäsium-Untersuchung oder Abgabe von Wildbret) ausschließlich allein oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erfolgen könnten. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Dritten (z. B. anderen Besuchern in der Natur) wäre stets einzuhalten. Schon vor der der Jagdausübung wären solche Faktoren vorausschauend und verantwortungsvoll zu bedenken.
  • Die Unfallverhütungsvorschriften der SVLFGV (Teil 4.4 „Jagd“) wären strikt zu beachten. U.a. gälte Folgendes: „Bei einer mit besonderen Gefahren verbundenen Jagdausübung ist ein Begleiter zur Hilfeleistung mitzunehmen. Besondere Gefahren können sich ergeben z. B. durch Witterungs-, Gelände- und Bodenverhältnisse, vor allem im Hochgebirge, auf Gewässern und in Mooren oder bei der Nachsuche auf wehrhaftes Wild.“ Sofern der Begleiter nicht Angehöriger des eigenen Hausstandes wäre, könnte die Jagd nicht ausgeübt werden

Wild und Hund über die Jagd in Brandenburg:

  • Die Obersten Jagdbehörde Brandenburg hätte zunächst in einem Schreiben, das in den Sozialen Medien kursierte, empfohlen, sämtliche Jagdausübungen im Zuge der Eindämmung des Coronavirus bis zum 5. April zu unterlassen.
  • In einem Corona-Krisenstab wäre heute jedoch entschieden worden, dass die Einzeljagd auf Sauen zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest insbesondere in den grenznahen Landkreisen weiterhin notwendig sei. Auch wenn die Bürger aufgrund der Eindämmungsverordnung angehalten wären, soziale Kontakte außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Deshalb gälte: Die Jagdausübung sollte entsprechend der Regelungen des § 11 Abs. 4 der der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung entweder allein oder mit einer weiteren Person erfolgen.
  • Weiter heißet es, „Unterstützung bei Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung wäre zulässig, wenn die Mindestabstände zwischen Personen gewahrt blieben und jede Art von Gruppenbildung unterbleibt. Die Abgabe von Trichinenproben bei den Veterinären/ Veterinärämtern erfolge kontaktlos“. Jäger dürften auch weiterhin alle Aktivitäten zur Beprobung von Fallwild beziehungsweise Unfallwild unter Beachtung der Kontaktverbotsregelungen weiter durchführen. unH

Landesjagdverband Hessen:

  • In einer Pressekonferenz am Sonntag, 22. März 2020 informierte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier über weitere Beschränkungen von sozialen Kontakten zur Bekämpfung des Corona-Virus. Eine generelle „Ausgangssperre“ wäre in Hessen nicht beschlossen worden. Die Ausübung der Einzeljagd bliebe weiterhin möglich.
  • Aus eigenem Interesse und zum Schutz von Menschen, die der Risikogruppe angehörten, sollte der Kontakt außerhalb des eigenen Haushalts auf ein nötiges Minimum reduziert werden.
  • Zusammenkünfte wie Vereinsversammlungen, Jägerstammtische oder auch das Treffen auf der Jagdhütte sollten bis auf weiteres nicht mehr stattfinden. Sollte ein Zusammentreffen von mehreren Personen wie z. B. nach einem Wildunfall nicht vermeidbar sein, sollten Sie auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen achten, Sie sollten sich nicht die Hände reichen und sich an die bekannten Hygieneregeln halten.
  • Die Ausübung der Einzeljagd bliebe somit möglich. Sie sollten daran denken, dass auch Gemeinschaftsansitze ab vier Jagdscheininhabern bereits eine Gesellschaftsjagd nach § 18 HJagdG darstellten
  • Gleiches gälte auch für andere Tätigkeiten, wie z. B. Revierarbeiten, die Rettung von Jungwild nach Beginn der Mähsaison oder die Feldhasentaxation.
  • Sollten Sie selbst Krankheitssymptome verspüren oder Kontakt zu nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Personen gehabt haben, sollten Sie bitte zuhause bleiben und sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt Ihres Landkreises wenden.

Landesjagdverband Niedersachsen:

  • Bei einem Aufenthalt von mehreren Personen im Revier wäre der persönliche Kontakt unbedingt zu vermeiden.
  • Eine fernmündliche Absprache, alternativ über Messenger Dienste oder E-Mail vorzunehmen, wäre zum empfehlen.
  • Gemeinsames Aufbrechen oder der gemeinsame Beginn bzw. der gemütliche Ausklang des Ansitzes von mehreren Personen in der Jagdhütte wäre derzeit natürlich nicht möglich.
  • Anfallende Revierarbeiten, die Ausbildung von Jagdhunden, die Tätigkeiten bei Wildunfällen, die Abgabe von Wild an Metzgereien, die Direktvermarktung und weitere jagdliche Aktivitäten wären dann, wenn sie alleine oder zusammen mit in einer häuslichen Gemeinschaft lebenden Personen erfolgten und unter Beachtung der in der Allgemeinverfügung vorgegebenen Restriktionen (insbesondere Abstandsregelung) nach wie vor möglich.

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen:

A ) Revierarbeiten?

  • Alleinarbeit – ja (z. B. Kontrollgänge, Reviergänge, Ausbringen von Salzlecken, Kirren, Freischneiden, Arbeiten an Jagdeinrichtungen unter Beachtung anderer Sicherheitsmaßgaben, insbesondere der VSG [keine Alleinarbeit mit der Motorsäge]).
  • Gruppenarbeit – nein; erlaubte Ausnahme: Mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands.
  • Wildäcker anlegen, Wildschadensbehebung im Grünland – ja, sofern allein gearbeitet würde; erlaubte Ausnahme: Mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands.

B) Jagdausübung?

Einzeljagd – ja.

  • Jagd in Begleitung – nein; erlaubte Ausnahme: Mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands.
  • Gemeinschaftsjagd (i. Sinne von Gesellschaftsjagd nach §17a LJG) – nein
  • Sammelansitz – ja, sofern Sie sich telefonisch oder per Messenger abstimmen, einzeln anfahren, einzeln ansitzen, einzeln Wild bergen, versorgen und abtransportieren (max. mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands), und auf persönliche Treffen nach der Jagd verzichten.
  • An- und Einschießen von Waffen im Revier – ja, sofern alleine und im Rahmen des gesetzlichen Rahmens. Erlaubte Ausnahme: Mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands.

C) Wildunfälle?

  • Nachsuchen und Bergen von verunfalltem Wild – ja, unter Beachtung der Mindestabstände (1.5 m) zu anderen Personen.
  • Treffen mit Unfallbeteiligten und/oder Polizei an der Unfallstelle – ja, aber nach polizeilicher Anordnung und unter Beachtung des Sicherheitsabstandes.

D) Hundearbeit/Hundeausbildung?

  • Hundeausbildung – ja, sofern Hundeführer und Hund alleine sind. Erlaubte Ausnahme: Mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unter Beachtung des Mindestabstandes von 1,5 Metern oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands.
  • Hundeschulen, Hundeführerlehrgänge – nein.
  • Verbandsprüfungen – zunächst für die Frühjahrsprüfungen bitte die aktuellen Empfehlungen des JGHV beachten: https://www.jghv.de/index.php/240-corona-die-welt-steht-still

E) Wildbretverarbeitung/Wildbretvermarktung?

  • Aufbrechen/Zerwirken – ja, unter Beachtung der Hygienevorschriften.
  • Anliefern an Metzgereien – ja, aber Mindestabstand (1,5 m) beachten.
  • Direktvermarkten von Wildbret – ja, aber Mindestabstand (1,5 m) beachten.

F) Wild- und Jagdschadenstermine?

  • Gemeinsamer Termin am Schadensort nach § 37 LJG – ja, aber individuelle und einvernehmliche Vorababsprache nötig, damit Höchstteilnehmerzahl nicht überschritten wird.

G) Gesellige Treffen?

  • Versammlungen jedweder Art – nein!
  • Die vorgenannten Regelungen geben den aktuellen Stand wieder und beziehen sich auf das Land Nordrhein-Westfalen. Bitte beachten Sie mögliche weiterreichende örtliche Restriktionen!
  • Für den Fall, dass das NRW-Landwirtschaftsministerium andere Maßgaben aus den Beschlüssen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder für die Jagd herleitet oder zukünftig andere coronabedingte Restriktionen erlässt, werden wir Sie schnellstmöglich hier informieren.
  • Bitte halten Sie sich strikt an die Vorgaben von Bund, Land und Ihren örtlichen Gesundheitsbehörden. Im Zweifelsfall wählen Sie bitte immer die sichere Option! Auch und gerade in Zeiten von Corona gilt der alte jagdliche Grundsatz: Sicherheit geht vor!

 

 

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